Zugbegleiterin bricht ihr Schweigen: "Wir sind keine Punchingbags!"

Veronique Hänel
Veronique Hänel
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Veronique Hänel

Zugbegleiterin bricht ihr Schweigen: "Wir sind keine Punchingbags!"

Eine Zugbegleiterin aus Saerbeck bricht ihr Schweigen über die Gefahren für Bahnmitarbeiter

Mandy Brune, die seit 1997 bei der Deutschen Bahn arbeitet, hat verbale Beleidigungen, Drohungen und sogar körperliche Einschüchterungen erlebt. Jetzt unterstützt sie eine neue Kampagne, die auf die täglichen Risiken aufmerksam machen soll, denen Zugbegleiter ausgesetzt sind.

Die Initiative mit dem Titel "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" zielt darauf ab, Fahrgäste über die Herausforderungen zu informieren, mit denen Bahnmitarbeiter konfrontiert sind. Plakate am Bahnhof Münster sind Teil der Bemühungen, das Bewusstsein zu schärfen und die Unterstützung für das Personal zu stärken.

Brunes Erfahrungen spiegeln ein langjähriges Problem in der Branche wider. In ihren 27 Berufsjahren war sie wiederholt verbalen Angriffen und Gewaltandrohungen ausgesetzt. Oft standen Passagiere dabei tatenlos daneben, ohne einzugreifen.

Doch in letzter Zeit beobachtet sie einen Wandel. Brune glaubt, dass die Kampagne Wirkung zeigt, denn mittlerweile greifen einige Reisende ein, um sie in Konfliktsituationen zu verteidigen. Die Aktion ist Teil einer größeren Bewegung für bessere Schutzmaßnahmen.

Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert dringende Veränderungen. Zu seinen Forderungen gehören doppelt besetzte Schichten, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Zugbegleiter. Die Gewerkschaft verweist auf alarmierende Zahlen: Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden durchschnittlich fünf Bahnmitarbeiter pro Tag körperlich angegriffen.

Mit Plakaten, Social-Media-Aktionen und Hinweisen in Bahnhöfen setzt die Kampagne auf Sichtbarkeit, um den Fahrgästen ins Bewusstsein zu rufen, dass Zugbegleiter nicht nur Uniformträger sind, sondern Menschen, die einen anspruchsvollen Job ausüben. Brunes Engagement verleiht der Forderung nach sicheren Arbeitsbedingungen eine persönliche Stimme.

Die "Nie vergessen"-Kampagne kämpft weiter für besseren Schutz und öffentliche Unterstützung. Brunes Schilderungen verdeutlichen die täglichen Risiken, denen Zugbegleiter ausgesetzt sind, während die Gewerkschaft konkrete Lösungen einfordert. Mit wachsendem Bewusstsein hoffen die Organisatoren auf weniger Übergriffe und mehr Solidarität seitens der Fahrgäste.

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