Wüst in der Influencer-Falle: Geplante Spontanität sorgt für Empörung
Veronique HänelSPD kritisiert inszeniertes Wüst-Fotoshooting auf Instagram - Wüst in der Influencer-Falle: Geplante Spontanität sorgt für Empörung
Ein kürzlich entstandenes Instagram-Fotoshooting mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat für Kritik gesorgt, nachdem bekannt wurde, dass das Treffen im Voraus mit einem Influencer arrangiert worden war. Das von dem Influencer 'Fabiano' geteilte Video wirkte wie eine spontane Begegnung zwischen dem Politiker und dem Content-Creator. Kritiker stellen seitdem die Authentizität des Austauschs infrage.
Das von 'Fabiano' – der sich selbst als 'Straßenfotograf' bezeichnet – veröffentlichte Video zeigte scheinbar ein zufälliges Zusammentreffen mit Wüst. Regierungsquellen bestätigten später jedoch, dass die Begegnung vorab geplant worden war. Ein Sprecher der Staatskanzlei betonte, zwar sei das Setting organisiert gewesen, das eigentliche Gespräch aber spontan verlaufen. Für die Aufnahmen sei kein Geld geflossen.
Die oppositionelle SPD übt scharfe Kritik und spricht von einer 'inszenierten PR-Show'. Frederick Cordes, Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, warf Wüst vor, die Szene aus politischem Kalkül heraus konstruiert zu haben. Der Influencer hingegen verteidigte den Ministerpräsidenten und beschrieb ihn als 'echt, spontan und nahbar'.
Akten zufolge hat sich Wüst in den vergangenen zwei Jahren nicht zu ähnlichen inszenierten Social-Media-Auftritten anderer Politiker in der Region geäußert.
Die Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen zu politischer Transparenz und inszenierten Medienauftritten auf. Während Wüsts Team betont, der Austausch sei inhaltlich authentisch gewesen, argumentieren Kritiker, solche Praktiken untergrüben das Vertrauen der Öffentlichkeit. Der Vorfall lenkt den Blick darauf, wie Politiker mit Social-Media-Influencern zusammenarbeiten, um ihr Image zu steuern.
