Forsa-Gründer Güllner zieht sich zurück – und übt harte Branchenkritik
Hans-Günther KlappForsa-Gründer Güllner zieht sich zurück – und übt harte Branchenkritik
Manfred Güllner, Gründer des Forsa-Instituts für Sozialforschung und statistische Analysen GmbH, zieht sich nach Jahrzehnten in der politischen Umfrageforschung aus dem Tagesgeschäft zurück. Sein Abschied fällt mit scharfer Kritik an der mangelnden Transparenz der Branche zusammen. Dennoch bleibt Forsa ein zentraler Akteur in der deutschen Umfrageforschung – bekannt für zuverlässige Methoden und eine offene Datenpolitik.
Güllners Karriere begann mit der Professionalisierung eines Hobbys: Er baute Forsa zu einem renommierten Namen in der Demoskopie auf. Seit 2014 hält das Institut hohe Standards aufrecht und setzt für Projekte wie den Deutschland-Monitor 2025 oder die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl 2026 auf telefonische CATI-Befragungen.
Wiederholt hat er vor leichtfertigem Umgang mit Daten durch Medien und Politiker gewarnt. Güllner betont, dass direkte Umfragen unverzichtbar bleiben – selbst in einer Zeit, in der Tech-Konzerne riesige Mengen an Nutzerdaten sammeln. Die Marktforschung, so seine Überzeugung, sei keineswegs überholt, auch wenn manche sie nur noch als "Melkkuh" betrachten.
Seine Bedenken gelten auch unseriösen Akteuren in der Branche, die mit intransparenten Methoden fragwürdige Umfragedaten produzieren. Zwar gibt Güllner die operative Führung ab, doch wird er die Geschäftsführung von Forsa weiterhin beraten, seinen Newsletter verfassen und Medien mit Einschätzungen versorgen. Zudem erhält er weiterhin tägliche Umfrageergebnisse, um die Stimmungslagen in der Bevölkerung zu verfolgen.
Forsa arbeitet auch unter Güllners Einfluss weiter mit transparenten Methoden – besonders bei politisch brisanten Erhebungen. Seine anhaltende Rolle sichert, dass die Forschung des Instituts auf verlässlichen Grundlagen bleibt. Gleichzeitig unterstreichen seine Warnungen die anhaltenden Herausforderungen in einer Branche, die zunehmend von undurchsichtigen Datenpraktiken geprägt ist.
