Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung nie geheiratet hat
Veronique HänelIris Berben: Sahen Keinen Grund für Heirat - Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung nie geheiratet hat
Iris Berben, die 75-jährige Schauspielerin, hat ihr Leben stets nach ihren eigenen Regeln gelebt. Obwohl sie seit fast 20 Jahren mit ihrem Partner Heiko Kiesow zusammen ist, hat sie nie geheiratet. Ihre Entscheidung spiegelt ein lebenslanges Bekenntnis zur Unabhängigkeit wider – geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre.
Berben wuchs in einer Zeit auf, in der Frauen in Deutschland mit strengen rechtlichen Einschränkungen konfrontiert waren. Noch in den 1960er-Jahren benötigte eine Ehefrau die Erlaubnis ihres Mannes, um arbeiten zu dürfen – eine Regel, die sie kategorisch ablehnte. Die sozialen und politischen Bewegungen jenes Jahrzehnts bestärkten sie darin, traditionelle Normen abzulehnen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Im Laufe der Jahrzehnte änderten sich die deutschen Gesetze grundlegend. Das Gleichberechtigungsgesetz von 1961 schrieb gleichen Lohn für gleiche Arbeit fest. Die Ehe- und Familienrechtsreform von 1977 räumte verheirateten Frauen volle rechtliche Gleichstellung ein und beendete die Kontrolle des Mannes über Finanzen und Berufstätigkeit der Frau. Später verbot das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 1994 geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz. Neuere Reformen umfassen die Einführung des Elterngelds (2007), die 2015 beschlossene Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten großer Unternehmen sowie laufende Bemühungen, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu schließen und sexuelle Belästigung zu bekämpfen.
Für Berben war Unabhängigkeit stets zentral. Selbst in ihrer langjährigen Beziehung zu Kiesow empfand sie die Ehe nie als Notwendigkeit. Ihre Haltung steht für ein tief verwurzeltes Vertrauen in die eigene Selbstbestimmung – eine Überzeugung, die sich mit den größeren Fortschritten der Frauenrechte der vergangenen sechs Jahrzehnte deckt.
Berbens Lebensweg spiegelt den Wandel der rechtlichen und gesellschaftlichen Freiheiten von Frauen in Deutschland wider. Von restriktiven Ehegesetzen bis zu heutigen Antidiskriminierungsregelungen war der Fortschritt enorm. Ihre Entscheidung, unverheiratet zu bleiben, unterstreicht, wie weit die individuelle Autonomie gekommen ist – und wie persönliche Lebensentwürfe gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln können.
