19 February 2026, 19:43

Duisburger Prozess: Wurde ein Mann vorsätzlich in den Tod gestoßen?

Ein Mann im Anzug steht vor einer Treppe und sieht besorgt aus, mit einem ernsten schwarz-weißen Hintergrund.

Duisburger Prozess: Wurde ein Mann vorsätzlich in den Tod gestoßen?

Ein 25-jähriger Mann aus Duisburg steht vor Gericht, weil er im Februar 2021 einen anderen Mann angeblich an der U-Bahn-Station Harry-Epstein-Platz eine Treppe hinabgestoßen haben soll. Das Opfer erlitt dabei schwere, lebensbedrohliche Verletzungen, nachdem es mehrere Meter in die Tiefe stürzte, und musste notoperiert werden. Dem Angeklagten droht nun eine Anklage wegen versuchten Totschlags – bei einer Verurteilung wäre eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren möglich.

Der Fall fällt in eine Phase verschärfter juristischer Verfolgung politischer Aktivisten in Deutschland, wo mehrere Prozesse – darunter auch vielbeachtete Verfahren gegen antifaschistische Demonstranten – Fragen nach der Härte der Rechtsprechung und möglichen politischen Motiven aufwerfen.

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Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden an der Duisburger U-Bahn-Station. Sicherheitskamera-Aufnahmen zeigen eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern, doch die genauen Umstände, die zum Sturz führten, bleiben umstritten. Das 29-jährige Opfer war zum Zeitpunkt des Geschehens stark alkoholisiert und sagte später aus, der Angeklagte habe ihn gestoßen.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die Handlung des Angeklagten sei vorsätzlich und lebensgefährlich gewesen, was die Anklage wegen versuchten Totschlags rechtfertige. Die Verteidigung hat ihre vollständige Argumentation noch nicht vorgebracht, doch die Beweggründe für die Konfrontation sind weiterhin unklar. Ein Urteil wird Mitte März erwartet.

Dieser Prozess fällt zusammen mit einer Reihe politisch aufgeladener Gerichtsverfahren in Deutschland. Seit Januar 2026 verhandelt das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen sechs antifaschistische Aktivisten, denen vorgeworfen wird, im Februar 2023 mit rechtsextremen Gruppen aneinandergeraten zu sein. Ähnliche Prozesse in München und anderen Städten sehen die Staatsanwaltschaften in der Kritik, weil sie umstrittene Anklagen – darunter versuchten Mord – erheben, was Beobachter als Versuch werten, linke Protestbewegungen einzuschüchtern.

Die Parallelen zwischen diesen Fällen und dem Duisburger Prozess haben Aufmerksamkeit erregt. Beobachter fragen sich, ob die Schärfe der Anklagen einen generellen Wandel in der strafrechtlichen Verfolgung gewalttätiger Auseinandersetzungen – ob politisch motiviert oder nicht – widerspiegelt.

Das Ergebnis des Duisburger Verfahrens wird entscheiden, ob der Angeklagte eine lange Haftstrafe antreten muss. Eine Verurteilung könnte Präzedenzfall für die Behandlung ähnlicher Fälle in Zukunft sein. Gleichzeitig werden die Urteile in den laufenden Prozessen gegen antifaschistische Aktivisten voraussichtlich die Debatten über justizielle Gerechtigkeit und politische Unterdrückung in Deutschland prägen.