08 March 2026, 20:29

"Komische Vögel" am TD Berlin: Gesellschaftskritik mit Federn und Witz

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit einer Gruppe von Menschen, die auf einen Vogel schauen, mit der Aufschrift "humoristische liste - april 1921" in fetter Schrift.

"Komische Vögel" am TD Berlin: Gesellschaftskritik mit Federn und Witz

"Komische Vögel" – Ein ungewöhnlicher Blick auf die Gesellschaft durch die Welt der Vogelbeobachtung

Am TD Berlin feiert das Stück Komische Vögel Premiere und wirft auf humorvolle wie unerwartete Weise einen Blick auf unsere Gesellschaft – durch die Linse der Vogelkunde. Die Inszenierung verbindet scharfen Witz mit Reflexionen über das digitale Zeitalter, historische Verstrickungen und die Zukunft der Kulturförderung. Noch einmal zu sehen ist die Produktion am 21., 22. und 23. November.

Im Mittelpunkt stehen drei Schauspielerinnen – Vanessa Stern, Verena Unbehaun und Mira Partecke –, die überzeichnete Versionen ihrer selbst spielen. Die Bühne ist gespickt mit fünfstufigen Leitern und Tarnnetzen, die an ein Vogelbeobachtungsversteck erinnern. Mit absurdem Humor und situativer Komik lotet das Stück aus, wie Menschen in digitalen Welten versinken und dabei den Bezug zur physischen Realität verlieren.

Ein prägnanter Moment zeigt Unbehaun, die aus den Aufzeichnungen von Günther Niethammer zitiert – ein SS-Offizier und Ornithologe, der in Auschwitz tätig war. Das Drehbuch verweist zudem auf die Umbenennung des Plattschnabel-Entenvogels in "Thors Huhn" durch das NS-Regime, eine Anspielung auf den nordischen Gott Thor. Diese historischen Bezüge stehen im Kontrast zur modernen Kritik am "Vogelbeobachtungs-Mikrokosmos" und den Eigenheiten leidenschaftlicher Birdwatcher.

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Doch Komische Vögel geht über bloße Komik hinaus: Das Stück thematisiert subtil größere Fragen, etwa die Zukunft der Kulturhaushalte – und deutet an, dass 2026/2027 mit Kürzungen zu rechnen sein könnte. Statt klare Antworten zu liefern, lädt die Inszenierung das Publikum ein, selbst Verbindungen zwischen historischen Besessenheiten und heutigen digitalen Fixierungen zu ziehen.

Mit seiner Mischung aus Geschichte, Satire und gesellschaftlicher Beobachtung bietet das Stück eine frische Perspektive darauf, wie Menschen Natur und Technologie erleben. Wer diese ungewöhnliche Produktion noch erleben möchte, hat Ende November am TD Berlin Gelegenheit – Karten für die anstehenden Termine sind noch erhältlich.

Quelle