NRW-Energiesektor 2025: Nur ein einziges kleines Kraftwerk ging ans Netz
Veronique HänelVerband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - NRW-Energiesektor 2025: Nur ein einziges kleines Kraftwerk ging ans Netz
Nordrhein-Westfalens energiebranche stagniert 2025 – nur ein kleines kraftwerk in Düren hinzu
Im Jahr 2025 verzeichnete der energiesektor in Nordrhein-Westfalen kein Wachstum: Lediglich ein kleines kraftwerk ging in Düren ans Netz. Zum Jahresende betrieb das Land weiterhin 517 Wasserkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt. Branchenverbände warnen nun, dass bürokratische Hürden und politische Entwürfe die weitere Entwicklung gefährden.
Wie der Landesverband Erneuerbare energieen NRW (LEE NRW) mitteilt, wurden in den vergangenen zwei Jahren keine klassischen Wasserkraftwerke im Land errichtet. Einzige Ausnahme war ein kleines kraftwerk in Düren, dessen Beitrag zur Stromerzeugung vernachlässigbar bleibt. Diese Stagnation steht im Kontrast zum Bundestrend: Zwischen 2021 und 2025 gingen deutschlandweit jährlich 140 bis 160 Kleinstwasserkraftanlagen (jeweils unter 1 MW Leistung) in Betrieb.
Der LEE NRW betont, dass an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre durchaus geeignete Standorte für neue Anlagen bestünden. Doch lange Genehmigungsverfahren und Widerstand von Naturschutzverbänden blockierten Vorhaben. Der Verbandsvorsitzende Hans-Josef Vogel kritisiert, dass der Stillstand nicht nur die Klimaschutz- und Energieziele des Landes untergräbt, sondern auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Branche gefährdet.
Zusätzliche Sorgen löst ein vorläufiger Entwurf der NRW-Wasserstrategie aus. Darin sind Maßnahmen vorgesehen, die den Rückbau von Querbauwerken beschleunigen sollen – was die Expansion der Wasserkraft weiter einschränken könnte. Branchenvertreter zeigen sich skeptisch, ob der Vorschlag zukünftige Projekte nicht zusätzlich belastet.
Die energiekapazität in NRW bleibt damit unverändert bei 191 Megawatt, ohne dass neben einer einzigen Kleinstanlage neue Werke entstanden wären. Der Landesverband Erneuerbare energieen warnt, dass die aktuelle Politik und bürokratische Verzögerungen den Ausbau erneuerbarer Energien im Land konterkarieren. Ohne Kurskorrektur droht die Branche weiter auf der Stelle zu treten.
