04 March 2026, 21:02

Steuerprozess in Köln: Schweizer soll mit 50 Briefkastenfirmen 13 Millionen Euro hinterzogen haben

Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener Schrift, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.

Prozess um die 'Panama Papers' in Deutschland beginnt - Steuerprozess in Köln: Schweizer soll mit 50 Briefkastenfirmen 13 Millionen Euro hinterzogen haben

In Köln hat ein Prozess gegen einen 56-jährigen Schweizer begonnen, dem vorgeworfen wird, Kunden durch Offshore-Konstrukte bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen 50 Briefkastenfirmen, die mit einem Steuerausfall von 13 Millionen Euro in Verbindung gebracht werden. Fast ein Jahrzehnt nach den "Panama Papers"-Enthüllungen ziehen sich die juristischen Folgen des Skandals weiterhin hin.

Die "Panama Papers" waren erstmals Anfang 2016 an die Öffentlichkeit gelangt, als die Süddeutsche Zeitung und andere Medien geheime Offshore-Geschäfte aufdeckten. Die Veröffentlichung zeigte, wie Briefkastenfirmen in Panama und anderen Steueroasen Vermögen von Personen weltweit verschleierten. Die Enthüllungen lösten weltweit Steuerermittlungen aus und brachten allein für Deutschland Millionen an hinterzogenen Steuereinnahmen zurück.

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Der nun in Köln angeklagte Mann soll kriminelle Netzwerke aufgebaut haben, um Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Kunden geholfen zu haben, Geldflüsse durch die Gründung von Offshore-Firmen zu verschleiern, die die wahren Eigentumsverhältnisse tarnten. Diese Unternehmen hätten demnach keinen anderen Zweck gehabt, als Kapital und Investitionen zu verbergen.

Während der Verhandlung räumte der Angeklagte eine Teilschuld ein und zeigte Reue. Bisher wurden in diesem konkreten Fall jedoch keine weiteren Personen oder Firmen belastet. In den Gerichtsakten wird lediglich ein separater, nicht zusammenhängender Vorfall erwähnt, bei dem es um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ging.

Der Prozess unterstreicht die anhaltenden Auswirkungen der "Panama Papers" auf die Steuerfahndung. Mit 13 Millionen Euro an ausstehenden Steuern steht viel auf dem Spiel – das Urteil könnte Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle haben. Jahre nach den Enthüllungen von 2016 sind die rechtlichen Konsequenzen noch immer nicht abgeschlossen.