Solingen bangt um fünf Kirchen- und Gemeinschaftszentren bis 2035
Veronique HänelSolingen bangt um fünf Kirchen- und Gemeinschaftszentren bis 2035
Fünf Kirchen- und Gemeinschaftszentren in Solingen könnten bis 2035 ihre langfristige kirchliche Nutzung verlieren. Der Vorschlag der Evangelischen Kirche hat bei den Bürgerinnen und Bürgern große Besorgnis ausgelöst, wie die starke Beteiligung an einer kürzlichen Informationsveranstaltung zeigt. Nun schalten sich lokale Politiker ein, um die Auswirkungen auf die Stadtteile und sozialen Einrichtungen zu thematisieren.
Der Evangelische Kirchenkreis plant, die langfristige Nutzung von fünf zentralen Standorten zu beenden: der Evangelischen Kirche Merscheid mit ihrem Gemeinschaftszentrum, der Evangelischen Kirche Widdert, der Evangelischen Kirche Ketzberg mit Gemeindehaus, dem Gemeindezentrum Zwinglistraße sowie der Lutherkirche mit Gemeindehaus. Die endgültige Entscheidung wird die Synode im März 2026 treffen.
Die SPD-Fraktion in Solingen hat darauf reagiert und eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich in den Prozess einbringen soll. Diese Gruppe versteht sich als Vermittlerin zwischen Kirche und Kommunalpolitik. Bei ihrem ersten Treffen waren Vertreter sowohl evangelischer als auch katholischer Gemeinden zahlreich vertreten.
Florian Pinnow, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte die unverzichtbare Rolle der Kirchengemeinden im lokalen Leben. Er hob ihre Beiträge zu sozialen Dienstleistungen, kulturellen Aktivitäten und dem Zusammenhalt in den Nachbarschaften hervor. Die SPD verwies zudem auf baurechtliche Vorgaben und die weitreichenden Folgen für soziale Netzwerke als zentrale Punkte für den Stadtrat.
Die Partei hat zugesagt, sich weiterhin aktiv einzubringen, da die Zukunft dieser Zentren ein drängendes Thema bleibt. Ihr Ziel ist es, die betroffenen Gemeinden zu unterstützen und sicherzustellen, dass deren Anliegen im Entscheidungsprozess Gehör finden.
Die Entscheidung über den Vorschlag fällt zwar erst 2026, doch die Auswirkungen sind in Solingen bereits jetzt spürbar. Die SPD-Arbeitsgruppe sammelt weiterhin Rückmeldungen von Gemeinden und Stadtvertretern. Das Ergebnis wird die soziale und kulturelle Landschaft der Stadt in den kommenden Jahren prägen.
SPD's Frühstart und langfristige Vision für Kirchenrollen
Die SPDs Beteiligung an den Kirchenschließungen in Solingen begann Monate vor der Arbeitsgruppe im Februar 2026. Im Oktober 2025 forderte SPD-Chef Ernst Lauterjung eine zukünftige Strategie und Konzepte für die Wiederverwendung von Kirchengebäuden, betonend ihren sozialen und kulturellen Wert. Wahlpläne für 2025-2030 enthüllen das breitere Ziel der Partei: die Integration von Kirchenanlagen in soziale Dienstleistungen (wie Kindergärten) und die Schaffung neuer kultureller Zentren, um verlorene Orte zu ersetzen. Dies entspricht ihren aktuellen Vermittlungsbemühungen, um Gemeinschaftsbindungen zu bewahren.
