"Das crazy games" krönt das Jugendwort 2025 – und spaltet die Generationen
Dimitri Eigenwillig"Das crazy games" krönt das Jugendwort 2025 – und spaltet die Generationen
"Das crazy games" ist Jugendwort des Jahres 2025
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde "Das crazy games" zum Jugendwort des Jahres 2025 gekürt. Der kurze, vielseitige Ausdruck spiegelt wider, wie junge Menschen Wörter im Alltag zunehmend abkürzen und flexibel einsetzen. Parallel dazu sorgt eine satirische Online-Kampagne mit dem Titel "Boomer-Wort des Jahres" für Furore – und entfacht Debatten über die sprachlichen Gräben zwischen den Generationen.
Der jährliche Wettbewerb um das Jugendwort steht oft in der Kritik: Manche halten ihn für überflüssig oder übertrieben. "Das crazy games", der diesjährige Sieger, dient als universeller Ausdruck für Momente der Überraschung, Verwirrung oder wenn man keine ausführliche Antwort geben möchte. Weitere nominierte Begriffe waren "rammeln" – ein Slangausdruck für exzessive Selbstbefriedigung oder Pornografiesucht – sowie "Checke, oder?", eine Floskel, um Verständnis zu bestätigen.
Als ironische Gegenbewegung zur Jugendwort-Tradition rief der TikTok-Creator und Webproduzent Levi Penell das "Boomer-Wort des Jahres" ins Leben. Seine Kampagne 2024, bei der Nutzer veraltete Begriffe wie "Baujahr" (Geburtsjahr) wählten, erreichte enorme Aufmerksamkeit: Über 50 Millionen Aufrufe auf TikTok und trending Diskussionen auf X (ehemals Twitter). Internationale Medien wie die BBC und The Guardian berichteten über die Kontroverse, in der ältere Generationen den Jugendjargon als "Unsinn" abtaten, während jüngere Nutzer ihn als natürliche Sprachentwicklung verteidigten.
Der Sprachwissenschaftler Nils Bahlo unterstützt die Jugendsprache und argumentiert, sie spiele eine centrale Rolle für die Weiterentwicklung des Deutschen. Er sieht in den Trends keine Verflachung, sondern kreative Anpassungen. Der Kontrast zwischen den beiden Kampagnen zeigt, wie sprachliche Gräben – und der Humor darüber – die öffentliche Diskussion prägen.
Die Wahl von "Das crazy games" unterstreicht einmal mehr den Trend zu abgekürzten, flexiblen Umgangssprachen in der Jugendkultur. Gleichzeitig hat Penells satirisches "Boomer-Wort"-Projekt die generativen Sprachunterschiede zu einem globalen Gesprächsthema gemacht. Beide Phänomene belegen, wie sich Sprache wandelt – und wie die Debatten darüber immer mehr Fahrt aufnehmen.
