24 February 2026, 05:28

Ein hängender Stuhl und stumme Gestalten: Quesnes rätselhaftes Theater in Hamburg

Eine Gravur eines Theaterinneren mit skulptierten Wänden, Stufen zur Bühne und einer texturierten Decke, mit Text unten.

Ein hängender Stuhl und stumme Gestalten: Quesnes rätselhaftes Theater in Hamburg

Eine auffällige Kunstinstallation steht im Mittelpunkt von Philippe Quesnes neuer Produktion Le Paradoxe de John. Das Werk, das nach seiner Premiere in Paris nun in Hamburg zu sehen ist, verbindet Rätselhaftes mit spielerischem Humor. Die deutsche Erstaufführung im HAU Berlin im Februar 2026 hinterließ beim Publikum mit ihren ungewöhnlichen Elementen einen bleibenden Eindruck – darunter ein hölzerner Klappstuhl, der von der Decke hängt.

Die ursprünglich The Emancipated Spectator betitelte Installation verwandelt sich im Verlauf der Aufführung in The Cyst of My Patterns. Trotz ihres schlichten Erscheinungsbildes stellt das Stück Erwartungen infrage. Ein zentrales Element ist der einsame Holzhocker, der vom Bühnengerüst herabhängt, während gespenstische Gestalten regungslos in einer Ecke der Bühne stehen – ohne dass sich darunter Schauspieler verbergen.

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Quesnes Produktion lebt von ihrer Mehrdeutigkeit. Er verzichtet auf Erklärungen und überlässt es dem Publikum, die Bedeutung selbst zu deuten. Die Aufführung verbindet Slapstick-Komik mit absurden Momenten und nimmt dabei sanft die Prätentionen der Kunstwelt auf die Schippe. Isabelle Angotti glänzt als Galeristin oder Aufseherin und führt die Zuschauer durch die surreale Szene.

Inspiriert wurde das Stück von der Lyrik Laura Vazquez', auch wenn kein direkter Bezug zum Prix Goncourt für Lyrik 2023 bestätigt wurde. Drei neue Figuren – Céleste Brunnquell, Marc Susini und Veronika Vasilyeva-Rije – bereichern die Installation und vertiefen ihr rätselhaftes Wesen.

Le Paradoxe de John ist Quesnes achte Produktion im HAU Berlin und festigt seinen Ruf für ein Theater, das zugleich rätselhaft und fesselnd ist. Die Aufführung verbindet visuelle Faszination mit leichtfüßiger Satire und bleibt dem Publikum im Gedächtnis. Während die Installation nun im Hamburger Kampnagel gastiert, bleibt ihre Mischung aus Schlichtheit und Absurdität ein Gesprächsthema.