Wasserstoff-Weiterbildung für Industriemeister setzt neue Maßstäbe in NRW
Veronique HänelWasserstoff-Weiterbildung für Industriemeister setzt neue Maßstäbe in NRW
Sechzehn Industriemeister und -meisterinnen absolvieren Wasserstoff-Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen
Sechzehn Industriemeister und Industriemeisterinnen haben in Nordrhein-Westfalen einen neuen Lehrgang zur Wasserstofftechnologie erfolgreich abgeschlossen. Das dreimonatige Programm im Rahmen des H2!Academy-Projekts bereitete die Fachkräfte auf den Wandel hin zu einer wasserstoffbasierten Wirtschaft vor. Ende Januar 2026 erhielten die Teilnehmenden ihre Zertifikate – nach intensiver Auseinandersetzung mit zentralen Herausforderungen des Bereichs.
Der Kurs mit dem Titel "Grundlagen der Wasserstofftechnologie für Industriemeister und -meisterinnen" konzentrierte sich auf praktische Anwendungen für kleine und mittlere Unternehmen. Er war Teil der übergeordneten Initiative H2!Raum – Mittelstand Ruhr 2030, die vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie gefördert wird. Die Absolventinnen und Absolventen diskutierten mögliche Einsatzgebiete, etwa die Substitution von Erdgas durch Wasserstoff in thermischen Prozessanlagen.
Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann betonte die Bedeutung von Wasserstoff für die Energiewende, insbesondere bei der Speicherung und dem Transport erneuerbarer Energien. Die IHK Nord Westfalen arbeitet nun daran, Wasserstoff-Schulungen in die reguläre Industriemeister-Ausbildung zu integrieren. Die Teilnehmenden lobten zudem die Vernetzungsmöglichkeiten mit Kolleginnen, Kollegen und Expertinnen und Experten während des Programms.
Trotz des Interesses an Wasserstoff für industrielle Prozesswärme gibt es im Ruhrgebiet bisher keine konkreten Projekte, in denen Erdgas in thermischen Anlagen durch Wasserstoff ersetzt wurde. Zwar besteht Potenzial für die lokale Infrastruktur, doch bleiben praktische Umsetzungen noch in der Entwicklung.
Der Pilotkurs markiert einen wichtigen Schritt, um Industriemeisterinnen und -meister mit Wasserstoff-Know-how auszustatten. Die Absolventen können ihr Wissen nun in Bereichen wie Prozesswärme anwenden – eine breitere Einführung hängt jedoch von künftigen Infrastruktur- und Unternehmensentscheidungen ab. Die Pläne der IHK deuten darauf hin, dass weitere Schulungsangebote folgen werden.
