Rosenmontagszug 2024: Tillys scharfe Satire über Putin, Trump und Jeffrey Epstein polarisiert
Dimitri EigenwilligFasching in Düsseldorf: Satire trifft Putin, Trump und Merz - Rosenmontagszug 2024: Tillys scharfe Satire über Putin, Trump und Jeffrey Epstein polarisiert
Düsseldorfs Rosenmontagszug sorgt erneut mit politischer Spitzen-Satire für weltweites Aufsehen
Die Wagen des Künstlers Jacques Tilly standen diesmal wieder im Mittelpunkt des Umzugs – mit beißendem Spott über Weltpolitiker und brennende Themen. In diesem Jahr zeigte Tilly unter anderem mehrere Darstellungen von Wladimir Putin, Donald Trump und sogar einen dämonischen Jeffrey Epstein.
Eröffnet wurde der Zug mit einem markanten Motiv: Putin am Steuer einer blauen Drohne, gekennzeichnet mit dem AfD-Logo. Ein weiterer Wagen zeigte den russischen Präsidenten, wie er einen Karnevalsnarren aufspießt – eine klare Anspielung auf Tillys eigene juristische Auseinandersetzungen mit russischen Behörden. Trotz früherer Druckversuche tauchte Putin insgesamt dreimal auf und unterstrich damit die provokative Haltung des Künstlers.
Ein Wagen mit dem Titel "Kindheit heute" kritisierte die moderne Technologie und zeigte zwei Kinder, die wie gebannt auf ihre Handys starren, ihre Gesichter im blassen Schein der Bildschirme. Dazu gesellte sich eine dämonische Pappmaché-Figur Jeffrey Epsteins, die – mit Hörnern und Flügeln – in makabrer Komik "auferstand".
Trump war gleich zweimal zu sehen: einmal, wie er eine "Liebe und Menschlichkeit"-Statue mit der Aufschrift "ICE" ins Gesicht schlägt, und ein weiteres Mal neben Putin, während beide Europa verschlingen. Der Zug verurteilte zudem die russischen Angriffe auf die ukrainische Heizungsinfrastruktur – ein Wagen thematisierte die Zerstörungen. Ein weiterer zeigte das "Mullah-Regime" des Iran, das dahinschmilzt, als Symbol der Hoffnung auf Wandel im Land.
Tillys Wagen brechen weiterhin Tabus, verbinden scharfen Humor mit schonungsloser politischer Kritik. Dank der globalen Reichweite des Umzugs hallen diese Botschaften weit über Düsseldorf hinaus nach. Wie üblich gab es seitens der russischen Regierung keine offizielle Reaktion.
