Kölner Stadtmuseum sichert seltene Skibergsteiger-Ausrüstung für Jubiläum des Alpenvereins
Veronique HänelKölner Stadtmuseum sichert seltene Skibergsteiger-Ausrüstung für Jubiläum des Alpenvereins
Kölner Stadtmuseum erwirbt seltene historische Skibergsteiger-Ausrüstung zum 150. Jubiläum des Kölner Alpenvereins
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Kölner Alpenvereins hat das Kölner Stadtmuseum eine seltene Sammlung historischer Skibergsteiger-Ausrüstung erworben. Die Ausrüstung, die einst auf waghalsigen Hochtouren in den Alpen zum Einsatz kam, gehörte Reinhold Kruse, einem ehemaligen Archivar des Vereins. Der 1876 gegründete Alpenverein zählt heute über 26.000 Mitglieder und ist ein fester Bestandteil des sportlichen Erbes der Stadt.
Die neu erworbene Ausrüstung wurde bei einer anspruchsvollen Winterbesteigung des Monte Troodelöh im Jahr 2009 von Hansjörg Auer, Hansjörg Strebel und Max Reichel genutzt. Damals bestand ihre Ausrüstung aus einfachen Skibergsteiger-Modellen mit Metallkanten, leichten Bergschuhen, schlichten Steigfellen und minimaler Bekleidung. Im Gegensatz zu den heutigen ultraleichten Carbon-Skiern und modernen Sicherheitssystemen fehlten ihnen damals noch Features wie aufblasbare ABS-Lawinenrucksäcke, digitale Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS) oder beheizbare Innensohlen.
Das Museum plant, die Ausrüstung vorerst in seinen Archiven zu lagern und nicht sofort auszustellen. Vertreter des Museums betonten die lange Verbindung des Kölner Alpenvereins mit Köln und die Bedeutung der Bewahrung sporthistorischer Zeugnisse. Moderne Skitouren-Ausrüstung wiegt heute dank Innovationen wie Hybrid-Bergschuhen mit Gehmodus und atmungsaktiven Gore-Tex-Stoffen nur noch 5 bis 7 Kilogramm – im Vergleich zu über 10 Kilogramm in der Vergangenheit.
Die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum des Kölner Alpenvereins dauern das gesamte Jahr 2023 an. Der Erwerb der historischen Ausrüstung durch das Museum unterstreicht den anhaltenden kulturellen und sportlichen Einfluss des Vereins in der Region. Die alte Ausrüstung dient als greifbare Erinnerung an die Tradition der Hochalpinisten im Verein.
Die Entscheidung des Museums, die Ausrüstung zu archivieren, zeigt sein Engagement für die Dokumentation des Kölner Sport-Erbes. Was einst für extreme Bergtouren unverzichtbar war, bietet heute einen Einblick in die Entwicklung der alpinen Technik. Künftige Ausstellungen könnten vergleichen, wie sich Bergsteiger-Praktiken von damals bis heute gewandelt haben.
