Das Ende der Frankfurter Rundschau in Köln: 30 Journalisten verlieren ihre Jobs

Hans-Günther Klapp
Hans-Günther Klapp
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Zeichnung von Köln mit zahlreichen Gebäuden, begleitet von Text und Bildern zur Geschichte der Stadt.Hans-Günther Klapp

Das Ende der Frankfurter Rundschau in Köln: 30 Journalisten verlieren ihre Jobs

Die Frankfurter Rundschau wird am 31. März 2026 ihr unabhängiges Redaktionsbüro schließen – Köln bleibt damit nur noch eine einzige lokale Tageszeitung mit eigenem Nachrichtenraum. Die vom Verlag DuMont bekannt gegebene Entscheidung beendet die jahrzehntelange eigenständige redaktionelle Arbeit der Zeitung. Journalisten, darunter der leitende Redakteur Thomas Überall, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft, während die Branche tiefgreifende Umbrüche erlebt.

Die Schließung wurde am 3. März 2026 bestätigt. Die Rundschau soll künftig nur noch als umetikettierte Publikation erscheinen, die mit Inhalten aus anderen DuMont-Titeln gefüllt wird. Damit verringert sich die Zahl der unabhängigen Lokalredaktionen in Köln von zwei auf eine – übrig bleibt allein der Kölner Stadt-Anzeiger als einzige Tageszeitung der Stadt mit eigenem Reporterteam.

Rund 30 fest angestellte Mitarbeiter verlieren ihre Stellen, doch Verleger Johannes Heinen hat faire Abfindungsregelungen zugesagt. Journalistengewerkschaften kritisieren den Schritt scharf und werfen DuMont sowie dem Heinen Verlag vor, mit den Entlassungen die Medienvielfalt und die lokale Berichterstattung zu schwächen.

Thomas Überall, der als Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur tätig war, hatte gehofft, bei der Rundschau eine langfristige Karriere aufzubauen. Seine Amtszeit dauerte jedoch nur etwas mehr als ein Jahr, bis die Schließung verkündet wurde. In einem LinkedIn-Beitrag bezeichnete er die Nachricht als tiefgreifend persönlich – sie betreffe nicht nur das Team, sondern auch die Medienlandschaft der Region.

Nun auf der Suche nach neuen Möglichkeiten bewirbt sich Überall aktiv in Köln, im Rheinland oder im gesamten Nordrhein-Westfalen – ob im Journalismus oder in anderen Bereichen. Seine öffentliche Jobsuche unterstreicht die allgemeine Instabilität, mit der regionale Medien konfrontiert sind, während traditionelle Redaktionen schrumpfen oder ganz verschwinden.

Mit der Schließung der Rundschau verliert Köln eine wichtige Stimme in der lokalen Presselandschaft; die Berichterstattung wird nun unter einem einzigen unabhängigen Medium gebündelt. Der Abgang von 30 Journalisten verdeutlicht zudem die finanziellen und strukturellen Zwänge, die den deutschen Regionaljournalismus prägen. Die letzte eigenständige Ausgabe der Zeitung erscheint am 31. März 2026.

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