03 March 2026, 08:04

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein Solo-Kampfflugzeug der Zukunft

Ein deutscher Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt, mit Texten zu ihren Fähigkeiten.

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein Solo-Kampfflugzeug der Zukunft

Ehemaliger Airbus-Chef Enders kritisiert Deutschlands Pläne für Solo-Entwicklung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation

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Der frühere Airbus-Vorstandsvorsitzende Thomas Enders hat Deutschlands Vorhaben scharf kritisiert, ein Kampfflugzeug der nächsten Generation allein zu entwickeln. Er bezeichnet die Idee als eine "kolossale Fehlallokation von Ressourcen" und warnt vor explodierenden Kosten und Verzögerungen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase anhaltender Streitigkeiten über die zukünftige europäische Kampfflugzeugstrategie.

Enders räumt ein, dass Deutschland über das technische Know-how verfüge, um einen eigenen Jet zu bauen – doch er stellt infrage, ob das Land dies auch tun sollte. Ein solches Unterfangen nennt er "industriepolitischen Hochmut", besonders falls das deutsch-französische FCAS-Projekt (Future Combat Air System) scheitern sollte. Stattdessen schlägt er vor, sich dem britischen GCAP-Programm oder Schweden anzuschließen, um die Lasten zu teilen.

Seine Position bringt ihn in Konflikt mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Gewerkschaft IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury. Diese unterstützen ein nationales Projekt, da sie darin Arbeitsplätze und Fachwissen gesichert sehen. Enders hingegen setzt auf die Zukunft massenproduzierter, KI-gesteuerter Drohnen – und nicht auf teure bemannte Kampfflugzeuge.

Die Meinungsverschiedenheiten spiegeln einen langjährigen Konflikt zwischen Airbus und Dassault wider, wer die Führung im FCAS-Projekt übernehmen soll. Enders bezeichnete Deutschlands Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, als "strategischen Fehler". Zwar hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel an einem bemannten Kampfflugzeug der sechsten Generation geäußert, doch die Regierung hat auf Enders' Vorschläge bisher nicht direkt reagiert.

Enders' Warnungen unterstreichen die tiefen Gräben in der europäischen Kampfflugzeugstrategie. Ohne klare Weichenstellung riskiert Deutschland entweder eine kostspielige Solo-Entwicklung oder den Anschluss an internationale Partnerschaften zu verpassen. Die Debatte liegt nun bei Politikern und Industrievertretern, die die nächsten Schritte festlegen müssen.