25 February 2026, 15:19

Carsten Günther übernimmt Präsidentschaft am Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz

Ein Porträt von Johann Wolfgang von Goethe in einer schwarzen Robe auf einem alten Dokument aus dem Jahr 1789, mit darauf geschriebenem Text.

Nach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Carsten Günther übernimmt Präsidentschaft am Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz

Carsten Günther hat offiziell das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen und damit eine Position besetzt, die seit 2021 unbesetzt war. Seine Ernennung erfolgte nach einer langen Verzögerung, die durch Rechtsstreitigkeiten und eine parlamentarische Anfrage verursacht worden war. Das Gericht war vier Jahre lang ohne eine feste Führungspersönlichkeit ausgekommen und hatte sich mit Übergangsregelungen beholfen.

Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Später war er am Verwaltungsgericht Düsseldorf und am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig tätig. Zwischen 2007 und 2010 arbeitete er als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster selbst.

Bevor Günther seine aktuelle Position antrat, bekleidete er auch Ämter außerhalb der Justiz. Er war im Bundesjustizministerium, in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens sowie im NRW-Justizministerium tätig. Seine breite Erfahrung in Gerichten und Regierungsbehörden prägte sein juristisches Fachwissen.

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Die Vakanz an der Spitze des Gerichts bestand seit 2021, als Ricarda Brandts in den Ruhestand ging, bis Günther im vergangenen Sommer die Leitung übernahm. In dieser Zeit führten zwei Vizepräsidenten abwechselnd die Institution. Trotz des Fehlens eines festen Präsidenten funktionierte das Gericht weiter, wenn auch einige viel beachtete Verfahren – wie etwa die Klage gegen die Einstufung der AfD als Prüffall – leichte Verzögerungen erfuhren. Zu größeren Störungen kam es nicht, da die stellvertretenden Richter den vollen Gerichtsbetrieb aufrechterhielten.

Günthers Ernennung beendet eine vierjährige Führungslücke an einem der wichtigsten Verwaltungsgerichte Deutschlands. Das Gericht hat nun nach einer Phase der Unsicherheit und Übergangsregelungen wieder einen festen Präsidenten. Seine umfangreiche Erfahrung in der Justiz und in Regierungsstellen wird dem Gericht voraussichtlich Stabilität verleihen.