03 March 2026, 01:23

Weißstorch feiert Rekord-Comeback in NRW mit über 1.000 Brutpaaren

Ein detailliertes Bild von zwei Storken auf einem Nest aus Zweigen und Gras, mit langen Hälsen und Schnäbeln, vor einem weißen Hintergrund.

Angepasster Storch - Die Neue Welt der Weißen Storken - Weißstorch feiert Rekord-Comeback in NRW mit über 1.000 Brutpaaren

Weißstorch-Bestände in Nordrhein-Westfalen erreichen 2025 Rekordhoch

Die Population des Weißstorchs in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat 2025 einen historischen Höchststand erreicht. Mit 1.027 Brutpaaren und 1.540 flügge gewordenen Jungtieren erlebt die Art ein bemerkenswertes Comeback. Jahrzehntelange Artenschutzmaßnahmen und veränderte Umweltbedingungen haben diese Erholung möglich gemacht – nach einem dramatischen Rückgang bis an den Rand der Ausrottung gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

In den 1970er- und 1980er-Jahren war der Weißstorch in NRW fast verschwunden. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz des Pestizids DDT sowie die Regulierung von Flüssen in den 1950er- bis 1970er-Jahren hatten die Bestände auf einen Tiefstand von nur noch drei Brutpaaren entlang der Weser bis 1991 schrumpfen lassen. Doch gezielte Schutzprogramme – darunter die Anlage von Horstplattformen, Fördergelder für ökologischen Landbau und EU-Natura-2000-Projekte – leiteten die Wende ein.

Die Renaturierung von Feuchtgebieten und Flüssen an Weser und Lippe schuf ideale Lebensräume. Bis in die 2020er-Jahre stieg die Zahl der Brutpaare in diesen Regionen auf über 100. Der Kreis Minden-Lübbecke, insbesondere die Gemeinde Petershagen, beherbergt heute eine der größten Kolonien mit 190 Paaren im Jahr 2025. Auch der Kreis Wesel und die Lippe-Auen bleiben für die Art von zentraler Bedeutung.

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In den letzten Jahren haben sich die Störche zudem an veränderte Bedingungen angepasst. Mildere Winter infolge des Klimawandels ermöglichen eine frühere Rückkehr aus den Winterquartieren – einige Tiere wurden bereits wieder in Deutschland gesichtet. Auch ihr Nahrungsspektrum hat sich erweitert: Neben Fröschen stehen nun vermehrt Regenwürmer, Engerlinge und Feldmäuse auf dem Speiseplan. Über 95 Prozent der deutschen Störche nutzen mittlerweile die kürzere und sicherere westliche Zugroute, was die Bestandsentwicklung begünstigt.

Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Langanhaltende Sommertrockenheit könnte die Nahrungsgrundlage gefährden, und Ausbrüche der Vogelgrippe in Spanien haben bereits Verluste verursacht. Die genauen Auswirkungen auf die NRW-Population werden sich erst zeigen, wenn die ortstreuen Tiere aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Aktuelle Sichtungen gab es unter anderem in Aachen, auf der Bislicher Insel, in den Münsteraner Rieselfeldern und den Ahsewiesen bei Soest.

Die Erholung des Weißstorchs in NRW ist das Ergebnis jahrzehntelanger gezielter Schutzbemühungen und ökologischer Verbesserungen. Mit Rekordzahlen bei den Brutpaaren und ausgedehnten Lebensräumen gedeiht die Art heute wieder in Regionen, in denen sie einst fast verschwand. Dennoch erfordern anhaltende Bedrohungen wie Dürren und Krankheiten eine kontinuierliche Beobachtung, um den positiven Trend langfristig zu sichern.