Göttinger Gänseliesel feiert 125 Jahre mit einzigartiger Doppelausstellung
Veronique HänelGöttinger Gänseliesel feiert 125 Jahre mit einzigartiger Doppelausstellung
Große Ausstellung zum 125. Jubiläum der Göttinger Gänseliesel eröffnet im April 2026
Unter dem Titel "Liebt eigentlich jeder Liesel?" widmet sich eine umfangreiche Ausstellung den tiefen kulturellen Wurzeln und der Bedeutung des berühmten Gänseliesel-Brunnens für die Göttinger Traditionen. Vom 9. April bis zum 18. Oktober 2026 können Besucher im Städtischen Museum Göttingen, Galerie Alte Feuerwache, die bewegte Geschichte, die künstlerischen Ursprünge und den bleibenden Einfluss der Statue auf die Stadtidentität entdecken. Die Eröffnung findet am 9. April um 18:30 Uhr statt. Das Projekt wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung gefördert.
Im Mittelpunkt der Schau steht das originale Bronzestandbild von 1901, das der Bildhauer Paul Nisse nach seinem Sieg bei einem städtischen Wettbewerb 1897 schuf. Erstmals wird es gemeinsam mit seiner weniger bekannten "Leipziger Schwester" – einem zweiten Abguss desselben Entwurfs – präsentiert. Beide Exponate veranschaulichen den künstlerischen Werdegang des Brunnens und seine Rolle im öffentlichen Leben.
Die Gänseliesel ist längst mehr als nur ein Wahrzeichen. Seit ihrer Aufstellung auf dem Marktplatz im Jahr 1901 setzte sie in einer von Männern dominierten Zeit ein Zeichen für weibliche Sichtbarkeit. Heute ist sie fester Bestandteil von Traditionen wie dem "Doktorkuss", bei dem frisch promovierte Doktoranden die Statue nach ihrer Disputation küssen. Auch bei feministischen Veranstaltungen und lokalen Feiern – von Frauentags-Dekorationen bis zu Monheims Ampelmännchen-Designs – ist ihr Abbild präsent.
Interaktive Stationen laden die Besucher ein, persönliche Erinnerungen zu teilen oder den Doktorkuss selbst auszuprobieren. Ein zweisprachiger Flyer auf Deutsch und Englisch führt durch die Ausstellungsthemen – von der Entstehung des Brunnens bis zu seiner heutigen Symbolkraft.
Nach sechs Monaten mit einem abwechslungsreichen Programm endet die Schau am 18. Oktober 2026. Sie bietet die seltene Gelegenheit, beide historischen Abgüsse nebeneinander zu sehen und nachzuvollziehen, wie eine einzige Statue die Kultur Göttingens geprägt hat. Die Veranstalter möchten dabei besonders ihre Rolle für die Geschlechterrepräsentation, die akademische Tradition und das städtische Selbstverständnis herausstellen.






