05 April 2026, 02:31

Deutsche Telekom bricht mit 60-Stunden-Livestream Rekorde – doch die Aktie leidet weiter

Alte deutsche Regierungspapieraktie mit gedrucktem Text und numerischen Werten.

Deutsche Telekom bricht mit 60-Stunden-Livestream Rekorde – doch die Aktie leidet weiter

Deutsche Telekom sorgt mit 60-Stunden-Livestream für Aufsehen – doch die Aktie bleibt schwach

Die Deutsche Telekom hat kürzlich mit einer ungewöhnlichen Rekrutierungsoffensive Schlagzeilen gemacht: ein 60-stündiger Nonstop-Livestream, der vom 5. bis 7. November 2025 stattfand. Die Marathon-Übertragung sollte den Weltrekord für die längste Videokonferenz in der Marketinggeschichte brechen. Das Ziel des Konzerns war klar: Talente auf eine frische, digital geprägte Weise zu erreichen.

Die Veranstaltung, die sich an Stellenbewerber, Mitarbeiter und ein globales Publikum richtete, stand unter dem Motto "Das hätte keine E-Mail sein können. Schaffe Verbindungen, die zählen." Interaktive Elemente wie spontane Telefonzellen-Gespräche und spielshowartige Challenges hielten die Teilnehmer rund um die Uhr bei der Stange.

Der Livestream war Teil einer größeren Initiative, um das Recruiting zu modernisieren. Birgit Bohle, Personalvorständin der Deutschen Telekom, erläuterte die Strategie: "Wir wollen Talente dort erreichen, wo sie sind – und so, wie sie angesprochen werden möchten: online, vernetzt und offen für neue Ideen." Durch die Verbindung von Unterhaltung und Networking sollte sich das Unternehmen in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt abheben.

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Während die Aktion für Gesprächsstoff sorgte, zeigte die finanzielle Entwicklung des Konzerns ein anderes Bild. Am 10. November 2025 gab die Aktie der Deutschen Telekom bis zum Vormittag um 0,7 % auf 26,47 Euro nach – trotz eines Plus von 0,67 % im DAX. Im Jahresverlauf hatte der Kurs zwischen 10 % und 15 % verloren und damit schlechter abgeschnitten als der Gesamtmarkt.

Analysten verwiesen auf ein turbulentes Jahr für die Aktie: Nach einem starken Einbruch im Herbst hatte sich der Kurs im Februar zwar teilweise erholt, doch in der jüngsten Handelsphase pendelte er zwischen 29 und 30 Euro – deutlich unter den Werten von 2024. Die technischen Indikatoren blieben schwach, selbst bei starker fundamentaler Basis: Der Konzern verzeichnete Rekordumsätze von 119 Milliarden Euro und ein EBITDA-Wachstum von 4,7 % auf 44,2 Milliarden Euro. Auch die Anpassung nach Dividendenabschlag belastete die Performance und verstärkte die Zurückhaltung der Anleger.

Der 60-Stunden-Livestream war ein kreativer Schritt in der Talentgewinnung der Deutschen Telekom. Doch die Aktienentwicklung zeigt die Kluft zwischen innovativer Markenführung und Marktvertrauen. Bei anhaltendem Druck auf den Kurs und soliden Fundamentaldaten werden sowohl Investoren als auch Bewerber die nächsten Schritte des Unternehmens genau beobachten.

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