Zufit Simon erhält Münchner Tanzpreis für ihr revolutionäres Lebenswerk
Dimitri EigenwilligZufit Simon erhält Münchner Tanzpreis für ihr revolutionäres Lebenswerk
Die Choreografin Zufit Simon erhält 2025 den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Mit 45 Jahren hat sie über Jahrzehnte hinweg den zeitgenössischen Tanz in Deutschland geprägt. Ihr jüngstes Werk, The Fight Club, feiert am 23. April beim Best OFF Festival für freies Theater in Hannover Premiere.
Simon wurde 1980 in Israel geboren, lebt aber seit 25 Jahren in Deutschland. Ihr erster Auftritt auf einer Münchner Bühne erfolgte 2002 in Turm zu Babel der Company CobosMika. Obwohl ihre künstlerischen Wurzeln in München liegen, erstreckt sich ihr Schaffen über ein Dreieck der Städte: München, Braunschweig und Berlin.
Die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig wurde früh zu einer wichtigen Förderin ihrer Arbeit. Das Haus produzierte ihre Stücke von Anfang an und half ihr, einen Namen zu machen. Doch bald zeigten sich finanzielle Herausforderungen: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung, und 2024 musste das LOT-Theater Braunschweig wegen Insolvenz schließen.
Simons Choreografien verzichten auf traditionelles Erzähltheater und romantische Spektakel. Stattdessen strahlen ihre Stücke eine kühle Präzision aus, ohne dabei kalt oder distanziert zu wirken. Ihr neues Werk The Fight Club markiert einen mutigen Schritt in Richtung Kampf und männlicher Attitüden – und führt doch ihren typischen Ansatz fort: Erwartungen zu unterlaufen und Verwirrung zu stiften, zuerst in ihr selbst, dann beim Publikum.
Der Münchner Tanzpreis würdigt Simons langjährigen Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz. The Fight Club eröffnet am 23. April das Best OFF Festival und zeigt ihre sich weiterentwickelnde künstlerische Richtung. Trotz Förderkürzungen und Theaterschließungen bleibt ihr Werk eine prägende Kraft in der deutschen freien Tanzszene.






