07 June 2026, 14:27

Wie "Humpty Dumpty" und "Der Muffin-Mann" zu düsteren Legenden wurden

Ein Serienkiller, Die Beulenpest und Menschenopfer: Die Gruselige Hintergrundgeschichte von Sieben Kinderreimen

Wie "Humpty Dumpty" und "Der Muffin-Mann" zu düsteren Legenden wurden

Zwei bekannte Kinderreime haben weit seltsamere Ursprünge, als viele ahnen. Humpty Dumpty tauchte vor über 200 Jahren erstmals in Druck auf, während Der Muffin-Mann auf das London des frühen 19. Jahrhunderts zurückgeht. Beide haben Theorien angeregt – von historischen Schlachten bis hin zu unwahrscheinlichen Kriminellenlegenden.

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Die früheste Version von Humpty Dumpty wurde 1797 als Rätsel veröffentlicht. Darin wurde eine tollpatschige, runde Figur beschrieben, doch von einem Ei war keine Rede. Manche Gelehrte vermuten, dass der Name umgangssprachlich für eine übergewichtige Person stand oder sogar für ein damals beliebtes Getränk aus Branntwein und Ale.

Eine hartnäckige Theorie bringt den Reim mit König Richard III. in Verbindung, der 1485 in der Schlacht von Bosworth Field vom Pferd stürzte und starb. Andere behaupten, es beziehe sich auf eine schwere Kanone, die während des Englischen Bürgerkriegs von einer Mauer stürzte. Keine der Behauptungen ließ sich bisher belegen.

Der Muffin-Mann erschien erstmals um 1820 in schriftlicher Form. Wahrscheinlich beschrieb er reale Straßenhändler, die in London von Tür zu Tür Muffins verkauften. Eine spätere, unbelegte Legende behauptete, der Reim handele von Frederick Thomas Lynwood, einem angeblichen Serienmörder. Historiker weisen dies als Fiktion zurück.

Beide Reime sind bis heute Teil der britischen Kultur, doch ihre wahre Bedeutung bleibt umstritten. Humpty Dumpty entwickelte sich vom Rätsel zur Kindergeschichte, während Der Muffin-Mann das Alltagsleben im London des 19. Jahrhunderts widerspiegelt. Mit den dramatischen Geschichten, die ihnen manchmal angedichtet werden, haben sie jedoch kaum etwas zu tun.

Quelle