24 June 2026, 12:22

Wie eine griechische Gastarbeiterin 1973 für Lohngerechtigkeit kämpfte

"Wir hatten damals niemanden auf unserer Seite"

Wie eine griechische Gastarbeiterin 1973 für Lohngerechtigkeit kämpfte

Irina Vavitsa kam 1971 als griechische Gastarbeiterin nach Deutschland. Sie arbeitete bei Hella, einem Automobilzulieferer in Lippstadt, und lebte in Baracken, die einst während der NS-Zeit für Zwangsarbeiter genutzt worden waren. Mit 76 Jahren engagiert sie sich noch heute in der IG Metall.

1973 beteiligte sich Vavitsa an einem Streik bei Hella für gleiche Bezahlung. Auslöser waren die Ölkrise und eine geplante Lohnerhöhung für deutsche Facharbeiter. Als ungelernte Arbeiterin verdiente sie für dieselbe Tätigkeit weniger als ihre deutschen Kollegen. Migrantinnen waren zusätzlich benachteiligt: Sie erhielten weniger Lohn als Männer und als deutsche Beschäftigte in denselben Positionen.

Der Streik dauerte drei Tage und endete mit einem Erfolg. Die migrantischen Arbeiter erreichten eine Lohnerhöhung von 50 Pfennig pro Stunde. Der Erfolg zeigte die Stärke der Solidarität über nationale Grenzen hinweg und motivierte mehr Zuwanderer, sich Gewerkschaften anzuschließen.

Jahrzehnte später erhält der Kampf der Gastarbeiter zunehmend Anerkennung. Gewerkschaften fördern heute eine Erinnerungskultur an diese frühen Kämpfe für faire Behandlung und gleiche Rechte.

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Der Streik bei Hella 1973 markierte einen Wendepunkt für migrantische Beschäftigte in Deutschland. Er bewies, dass kollektives Handeln Lohndiskriminierung überwinden kann. Noch heute würdigen Gewerkschaften diese Anstrengungen als Teil ihres anhaltenden Einsatzes für Arbeitnehmerrechte.

Quelle