Verletzungen im Profifußball sinken – doch Pyro-Missbrauch explodiert um 73 Prozent
Hans-Günther KlappVerletzungen im Profifußball sinken – doch Pyro-Missbrauch explodiert um 73 Prozent
Verletzungen im deutschen Profifußball sinken um 17 Prozent – doch Pyro-Missbrauch nimmt dramatisch zu
In den drei höchsten deutschen Fußballligen gingen verletzungsbedingte Vorfälle in der vergangenen Saison um 17 Prozent zurück: 1.107 Menschen wurden bei Spielbetriebsvorfällen verletzt, im Vorjahr waren es noch 1.338. Trotz des Rückgangs bleiben die Behörden besorgt – insbesondere wegen anhaltender Sicherheitsprobleme, darunter ein starker Anstieg des Missbrauchs von Pyrotechnik. Nordrhein-Westfalens Innenminister fordert nun schärfere Maßnahmen gegen gewaltbereite Fans.
In der Saison 2023/24 wurden insgesamt 1.107 Verletzungen an Spieltagen registriert, 231 weniger als im Vorjahr. Unter den Verletzten befanden sich 160 Polizeibeamte und 89 Sicherheitskräfte. Zwar bedeutet die Zahl einen Rückgang um 17 Prozent, doch für die Verantwortlichen ist eine vierstellige Verletztenzahl in einer einzigen Saison weiterhin inakzeptabel hoch.
Die Statistik verzeichnete zudem 5.197 Strafverfahren – ein Rückgang um 22 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Gleichzeitig stieg der Missbrauch von Pyrotechnik jedoch um 73 Prozent an: 4.783 Verstöße wurden dokumentiert. Trotz dieser Vorfälle bewegen sich stadionbezogene Straftaten und Verletzungen seit Jahren im Promillebereich. Behörden weisen darauf hin, dass Veranstaltungen wie das Oktoberfest ein deutlich höheres Sicherheitsrisiko darstellen.
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, betonte, dass gewalttätige Störfaktoren konsequent aus den Stadien verbannt werden müssten. Fanverbände wiesen hingegen Vorwürfe einer flächendeckenden Gewaltkultur als übertrieben und irreführend zurück. Die Daten spiegelten keine allgemeine Aggressionsbereitschaft unter den Anhängern wider, argumentierten sie.
Der Rückgang bei Verletzungen und Straftaten deutet zwar auf Fortschritte in der Stadionsecurity hin. Doch der massive Anstieg bei Pyro-Verstößen und anhaltende Vorfälle halten den Druck auf Vereine und Polizei aufrecht. Die Behörden setzen weiterhin auf verschärfte Sanktionen, um Gewalt einzudämmen und die Sicherheit der Zuschauer an Spieltagen zu gewährleisten.






