11 May 2026, 10:41

Untersuchung entkräftet Vorwürfe ritueller Gewalt in katholischen Bistümern

Altes Buch mit dem Titel "The Book of Common Prayer and Administration of the Sacraments, Rites and Ceremonies of the Church of England" aufgeschlagen auf einer Seite mit schwarzer Tinte

Untersuchung: Keine Hinweise auf rituelle Missbrauchsfälle in Diözesen - Untersuchung entkräftet Vorwürfe ritueller Gewalt in katholischen Bistümern

Unabhängige Untersuchung findet keine Belege für rituelle Gewalt in deutschen Bistümern

Eine unabhängige Untersuchung zu Vorwürfen ritueller Gewalt und organisierter Missbrauchsnetzwerke in mehreren deutschen Diözesen hat keine belastbaren Beweise erbracht. Die von der Kölner Kanzlei Feigen-Graf geleitete Prüfung überprüfte Anschuldigungen gegen hochrangige Kirchenvertreter, darunter verstorbene Kardinäle und Bischöfe, fand jedoch keine Hinweise auf schwere Straftaten.

Im Fokus standen Vorwürfe gegen den verstorbenen Franz Kardinal Hengsbach, Joseph Kardinal Höffner, Joachim Kardinal Meisner sowie Bischof Reinhard Lettmann und andere. Die Ermittler führten Gespräche mit Betroffenen und werteten deren Aussagen mithilfe psychologischer Gutachten aus.

Die Psychologinnen Silvia Gubi-Kelm und Petra Wolf kamen zu dem Schluss, dass Schilderungen rituellen sexuellen Missbrauchs wahrscheinlich auf falschen Erinnerungen beruhen. Der Bericht deutet darauf hin, dass Therapeuten diese Aussagen möglicherweise unbewusst während Beratungsgespräche geprägt haben könnten.

Kritik üben die Untersucher auch an früheren Beratungsstellen im Bistum Münster. Demnach könnten diese Einrichtungen bei den Betroffenen die Fixierung auf fragwürdige Erinnerungen noch verstärkt haben. Der Abschlussbericht wird in einer bearbeiteten und anonymisierten Fassung veröffentlicht, um die Identitäten zu schützen.

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Die Ergebnisse zeigen, dass es keine objektiven Belege für rituelle Gewalt oder organisierte Missbrauchsstrukturen gibt. Die Untersuchung unterstreicht zugleich den Einfluss therapeutischer Begleitung auf die Entstehung der Vorwürfe. Eine redigierte Version des Berichts soll in Kürze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Quelle