Unbekannte Alltagsbilder: NS-Zeit in privaten Westfalen-Filmen enthüllt
Veronique HänelUnbekannte Alltagsbilder: NS-Zeit in privaten Westfalen-Filmen enthüllt
Seltener Einblick in den Alltag unter der NS-Herrschaft: Dokumentarfilm in Gütersloh
Am 27. Januar 2023 wird in Gütersloh ein neuer Dokumentarfilm gezeigt, der seltene Einblicke in das Leben unter der NS-Diktatur gewährt. "Unter dem Hakenkreuz: Westfalen 1933–1945 in Amateurfilmen" stützt sich auf über 60 private Filmaufnahmen und zeigt, wie Familien, Feste und die Veränderungen im Krieg den Alltag in der Region prägten. Die Veranstaltung der Volkshochschule (VHS) Gütersloh beginnt um 19:00 Uhr und lädt im Anschluss zu einer öffentlichen Diskussion ein.
Der 70-minütige Film entstand im LWL-Medienzentrum für Westfalen unter der Leitung von Regisseur Markus Köster. Er gliedert die Epoche in zehn Kapitel und verbindet alltägliche Szenen mit der zunehmenden Prägung durch Krieg und NS-Politik. Anders als propagandistische Staatsfilme zeigen diese privaten Aufnahmen ungeschönte Momente aus Familienleben, lokalen Bräuchen und dem schleichenden Wandel der Gesellschaft.
Dr. Ralf Springer vom LWL-Medienzentrum wird die Vorführung einleiten und die anschließende Diskussion moderieren. Die Kooperation zwischen VHS, Stadtarchiv Gütersloh und dem LWL-Medienzentrum zielt darauf ab, Geschichte durch persönliche Schicksale begreifbar zu machen. Um die Planung zu erleichtern, wird um Vorabanmeldung unter www.vhs-gt.de gebeten. Bei freien Plätzen sind jedoch auch spontane Besucher willkommen. Der Film ist Teil der Reihe "Zeitreisende", die sich mit der westfälischen Geschichte während der NS-Zeit auseinandersetzt.
Die Vorstellung bietet die Chance, eine selten gezeigte Seite der Geschichte durch private Filmarchive zu entdecken. Nach dem Film können die Zuschauer mit Experten ins Gespräch kommen und über das Erbe dieser Ära reflektieren. Die Veranstalter hoffen, dass der Abend sowohl zur Aufklärung als auch zu einer kritischen Auseinandersetzung anregt.
