Über 500 Obdachlose in Dortmund kämpfen um Schutz vor tödlicher Kälte
Veronique HänelÜber 500 Obdachlose in Dortmund kämpfen um Schutz vor tödlicher Kälte
Über 500 Obdachlose in Dortmund kämpfen um sichere Schlafplätze in diesem Winter
Aktivist:innen warnen, dass die eisigen Temperaturen bereits zu mehreren Todesfällen unter Menschen ohne Unterkunft geführt haben. Die Stadtverwaltung betont zwar, es gebe genug Schlafplätze – doch Unterstützer:innen fordern sofortiges Handeln, um weitere Tragödien zu verhindern.
Seit November sind in Dortmund drei wohnungslose Menschen gestorben, vermutlich aufgrund der lebensbedrohlichen Kälte. An Heiligabend wurde ein Mann leblos aufgefunden, während eine weitere Person neben ihm auf der Straße schlief. Diese Vorfälle verschärfen die Forderungen nach dringenden Schutzmaßnahmen für Obdachlose in Dortmund.
Bastian Pütter vom Dortmunder Verein bodo e.V., der sich für Wohnungslose einsetzt, schätzt, dass mehr als 500 Menschen dringend sichere Übernachtungsmöglichkeiten benötigen. Er plädiert für alternative Lösungen – etwa die vorübergehende Öffnung einer U-Bahn-Ebene oder die Einrichtung von Notunterkünften in der Innenstadt. Sein Vorschlag sieht vor, dass Betroffene ohne Wartezeiten Zugang zu einem Schlafplatz erhalten. Doch die Bemühungen, die Kapazitäten zu erweitern, stoßen auf Hindernisse: Im Dezember scheiterten Pläne für zusätzliche Notbetten in der Nähe des Hauptbahnhofs, nachdem der Eigentümer die Zustimmung zurückzog.
Trotz dieser Rückschläge beharrt die Stadt darauf, dass niemand gezwungen sein sollte, im Freien zu schlafen, und verweist auf bestehende Hilfsangebote. Pütter bleibt skeptisch: Das aktuelle System decke den Bedarf nicht. Ohne sofortige Maßnahmen, so seine Warnung, werde es in den Wintermonaten weitere Todesopfer geben.
Bisher hat die Stadt keine neuen Pläne für den Ausbau von Notunterkünften im Winter 2025/2026 vorgestellt. Angesichts weiter sinkender Temperaturen betonen Aktivist:innen, dass schnelle und pragmatische Lösungen nötig sind, um zusätzliche Todesfälle zu verhindern. Die Debatte über Zugang und Sicherheit für Dortmunder Obdachlose hält derweil an.
