01 February 2026, 17:28

Thyssenkrupp zwischen Rekordauftragsbestand und Stahlkrise: Warum die Aktie trotzdem stabil bleibt

Eine Liniengrafik, die die Unternehmensgewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontextinformationen liefert.

Thyssenkrupp zwischen Rekordauftragsbestand und Stahlkrise: Warum die Aktie trotzdem stabil bleibt

Thyssenkrupp treibt Umstrukturierung voran – trotz interner Widerstände

Der Konzern bestätigt laufende Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf der Sparte Steel Europe. Gleichzeitig haben Aktionäre kürzlich eine Dividendenausschüttung gebilligt, die bei Mitarbeitern und Gewerkschaften auf scharfe Kritik stößt.

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Die nächste Finanzaktualisierung steht bevor: Am 12. Februar 2026 wird der Zwischenbericht für das erste Quartal 2025/2026 erwartet. Trotz der Herausforderungen bleibt die Aktie stabil – sie schloss vergangenen Freitag bei 11,29 Euro, nach einem Anstieg von fast 22 Prozent im vergangenen Monat.

Im Mittelpunkt der Umstrukturierung steht die Strategie ACES 2030. Ein wichtiger Meilenstein war der erfolgreiche Börsengang der Werfttochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) im Herbst 2025. Das Unternehmen stieg im Dezember 2025 in den MDAX auf und notiert mittlerweile fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Mit einer Marktkapitalisierung von über vier Milliarden Euro und einem Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro hat sich TKMS als führender reiner Rüstungswerftwert Deutschlands etabliert. Analysten von Deutsche Bank und Bernstein haben die Prognosen angehoben – begründet mit der starken Performance und der indexgetriebenen Nachfrage.

Die Stahlsparte hingegen steht vor größeren Schwierigkeiten. Thyssenkrupp Steel Europe plant eine Reduzierung der Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen ausgelieferten Stahls. Die Umstrukturierungsrückstellungen im Bereich Stahl werden voraussichtlich zu einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/2026 führen. Diese Maßnahmen haben Proteste ausgelöst – insbesondere, nachdem die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für 2024/2025 in Höhe von rund 93 Millionen Euro genehmigt hatten.

Hunderte Mitarbeiter demonstrierten gegen die Ausschüttung, unterstützt von der IG Metall. Die Gewerkschaft verurteilte die Dividende als Entscheidung, die "den Kern des Unternehmens aushöhlt" und ein "verheerendes Signal" aussende. Trotz der Unruhen bleibt der Aktienkurs stabil – ein Zeichen für das Vertrauen der Anleger in die langfristige Strategie.

Der nächste Finanzbericht am 12. Februar wird weitere Klarheit über den Fortschritt der Umstrukturierung bringen. Während die Zukunft von Steel Europe noch verhandelt wird und TKMS stark performt, werden die kommenden Monate entscheidend. Die beschlossene Dividende und die geplanten Kapazitätskürzungen zeigen den Spagat zwischen Aktionärsinteressen und operativen Herausforderungen.