Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen Dividendenpläne vor Hauptversammlung
Veronique HänelThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren gegen Dividendenpläne vor Hauptversammlung
Vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp sind Mitarbeiter des Konzerns auf die Straße gegangen. Die Belegschaft fordert die Aktionäre auf, eine geplante Dividendenausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro abzulehnen – das Geld solle stattdessen in den Erhalt von Arbeitsplätzen fließen. Die Proteste kommen zu einer Zeit wachsender Spannungen wegen geplanter Stellenstreichungen und der ungewissen Zukunft des Gemeinschaftsunternehmens HKM.
An einem kalten Januartag im Jahr 2026 versammelten sich Hunderte in Duisburg, um ihrer Sorge Ausdruck zu verleihen. Unter ihnen war Uwe Eckert, Vorsitzender des Betriebsrats bei HKM, der zu einer Schlüsselfigur im Kampf für fairere Arbeitsvereinbarungen geworden ist. Beschäftigte – darunter auch Mitarbeiter von HKM, dessen Zukunft ungewiss ist – forderten einen Sozialtarifvertrag, um sozialverträgliche Regelungen für Personalabbau zu gewährleisten.
Die Gewerkschaft IG Metall wirft Thyssenkrupp vor, Gewinne über die Belegschaft zu stellen. Die Aktionäre sollen über eine Dividende von 15 Cent pro Aktie abstimmen, was insgesamt 93 Millionen Euro ausmachen würde. Die Arbeiter argumentieren, dass diese Mittel besser in den Erhalt von Arbeitsplätzen investiert werden sollten, statt in die Taschen der Anteilseigner zu fließen.
Die Demonstrationen spiegeln die wachsende Verärgerung über die Umstrukturierungspläne wider. Besonders die HKM-Mitarbeiter fürchten um ihre Stellen, da die langfristige Strategie des Konzerns unklar bleibt. Ihre Forderungen zielen darauf ab, faire Bedingungen für mögliche Entlassungen durchzusetzen – statt zuzulassen, dass Gewinne ausgeschüttet werden, während Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.
Die Proteste zeigen, wie tief die Gräben zwischen Belegschaft und Unternehmensführung bei Thyssenkrupp sind. Mit der anstehenden Hauptversammlung drängen die Beschäftigten auf verbindliche Zusagen zur Arbeitsplatzsicherheit. Das Ergebnis der Dividendenabstimmung wird signalisieren, ob die Aktionäre finanzielle Renditen oder die Stabilität der Belegschaft priorisieren.
