07 February 2026, 04:58

Thyssenkrupp kämpft um seine Zukunft in der schrumpfenden Stahlbranche

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine große Maschine bedienen, umgeben von Leitern und Stangen, mit dem Text "Cadillac Steel Works" unten.

Thyssenkrupp kämpft um seine Zukunft in der schrumpfenden Stahlbranche

Thyssenkrupps Stellung in der europäischen Stahlindustrie hat sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich verschlechtert. Der Marktanteil des Konzerns ist von etwa fünf auf 3,5 Prozent gesunken, während Konkurrenten wie ArcelorMittal und Tata Steel ihre Positionen halten konnten. Steigende Produktionskosten und Verzögerungen bei der Umstellung auf grüne Stahlproduktion haben die Probleme des Unternehmens in einem schrumpfenden deutschen Markt zusätzlich verschärft.

Zwischen 2021 und 2025 verlor Thyssenkrupp weiter an Boden. ArcelorMittal sicherte sich durch den Ausbau seiner Aktivitäten weiterhin einen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent, während Tata Steel trotz Umstrukturierungen in seinen britischen Werken stabil bei 8 bis 10 Prozent blieb. Thyssenkrupp hingegen hatte mit Rückschlägen zu kämpfen: Die gescheiterten Versuche, die Sparte Steel Europe auszugliedern, und die zögerliche Umsetzung von Projekten für CO₂-armen Stahl belasteten das Unternehmen zusätzlich.

Die finanziellen Herausforderungen haben sich durch hohe Kosten und schwierige Marktbedingungen verschärft. Zwar hat sich der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 152 Prozent erholt, liegt aber weiterhin rund 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Anleger warten nun gespannt auf die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26, die am 12. Februar 2026 veröffentlicht werden sollen.

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Um die Verluste einzudämmen, leitet der Konzern nun strategische Veränderungen ein. Bis zum 1. Juni 2026 wird Thyssenkrupp seine Anteile an den Krupp Mannesmann-Hüttenwerken (HKM) an Salzgitter verkaufen. Zudem wurden die Lieferverträge für Bramme mit HKM vorzeitig gekürzt und laufen nun bereits Ende 2028 aus – vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Unterdessen expandiert die Wasserstoff-Tochter Nucera mit Unterstützung der Deutschen Bank auf den indischen Markt.

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht weiterhin vor großen Herausforderungen, während sich das Unternehmen an den rückläufigen deutschen Markt anpasst. Der Verkauf der HKM-Beteiligung und die vorzeitige Beendigung der Lieferverträge deuten auf einen Rückzug aus klassischen Stahlaktivitäten hin. Mit den anstehenden Finanzberichten und dem Ausbau im Bereich grüne Energien werden die nächsten Schritte des Konzerns von Investoren und Branchenbeobachtern genau verfolgt werden.