Thyssenkrupp-Belegschaft kämpft gegen Dividende – "Soziale Verantwortung statt Aktionärsprofite"
Veronique HänelThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Belegschaft kämpft gegen Dividende – "Soziale Verantwortung statt Aktionärsprofite"
Beschäftigte von Thyssenkrupp und dem angeschlagenen Stahl-Joint-Venture HKM fordern Aktionäre auf, eine geplante Dividendenausschüttung abzulehnen. Vor der Hauptversammlung protestierten Mitarbeiter für Arbeitsplatzsicherheit statt Shareholder-Profite. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie das Unternehmen mit drohenden Stellenstreichungen und finanzieller Instabilität umgehen soll.
Bei der Kundgebung schlossen sich HKM-Mitarbeiter – ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssenkrupp und EPCG – mit Mitgliedern der IG Metall zusammen. Sie verteilten Flugblätter, in denen sie die geplante Ausschüttung von 93 Millionen Euro (15 Cent pro Thyssenkrupp Aktie) als finanziell verantwortungslos brandmarkten. Die Gewerkschaft warf Thyssenkrupp vor, sich kaum um die Belegschaft zu kümmern.
Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag ziehen sich seit Monaten hin. Die Beschäftigten fordern Zusagen, dass mögliche Entlassungen fair gestaltet werden. Die IG Metall kritisiert wiederholt das Vorgehen des Konzerns und bezeichnet es als gleichgültig gegenüber Mitarbeitern, die einer ungewissen Zukunft entgegenblicken.
Der Protest erfolgt zu einer Zeit, in der die Zukunft von HKM weiter unsicher ist. Thyssenkrupp hält einen Großteil der Anteile an dem Joint Venture, das künftig zu einer paritätischen 50/50-Partnerschaft mit EPCG werden soll. Angesichts der erwarteten Stellenabbauwelle bestehen die Beschäftigten jedoch darauf, dass soziale Verantwortung Vorrang vor Aktionärsausschüttungen haben muss.
Noch in dieser Woche stimmen die Aktionäre über den Dividendenvorschlag ab. Sollte er angenommen werden, würde die Ausschüttung von 93 Millionen Euro trotz der Proteste der Belegschaft erfolgen. Das Ergebnis wird zeigen, wie Thyssenkrupp künftig finanzielle Anforderungen mit seinen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern während der laufenden Umstrukturierung in Einklang bringt.
