Theaterstück über den Mord an Walter Lübcke: Wie Hass Demokratie bedroht
Hans-Günther KlappTheaterstück über den Mord an Walter Lübcke: Wie Hass Demokratie bedroht
Ein neues Theaterstück setzt sich mit dem Mord an Walter Lübcke auseinander, dem Regierungspräsidenten von Kassel, der 2019 erschossen wurde. Das Stück wurde vom Westfälischen Landestheater in Zusammenarbeit mit der Auslandsgesellschaft.de e.V. Dortmund entwickelt und untersucht den Aufstieg des rechtsextremen Extremismus in Deutschland sowie die Bedrohungen, denen öffentliche Persönlichkeiten ausgesetzt sind. Das Projekt wird von Lübckes Familie unterstützt und erhält Fördermittel von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.
Die Geschichte beginnt im Oktober 2015, als Walter Lübcke bei einer öffentlichen Veranstaltung in Lohfelden sprach. Dort verteidigte er demokratische Werte und den Rechtsstaat – vor einem Publikum, zu dem auch rechtsextreme Aktivisten gehörten. Unter ihnen war Stephan Ernst, der den Behörden bereits seit den 1990er-Jahren bekannt war. Extremisten versuchten während der Veranstaltung, die Abläufe zu stören und Lübcke zu provozieren, was eine Welle von Hass im Internet gegen ihn auslöste.
In den folgenden vier Jahren radikalisierte sich Ernst zunehmend. Am 2. Juni 2019 erschoss er Lübcke auf der Terrasse seines eigenen Hauses. Der Mord erschütterte Deutschland und machte die Gefahren deutlich, denen Politiker durch extremistische Gewalt ausgesetzt sind. Die Produktion des Westfälischen Landestheaters mit dem Titel "Man muss für Werte eintreten" bringt diesen Fall nun auf die Bühne. Im Mittelpunkt stehen der schleichende Verfall demokratischer Normen und die persönlichen Risiken, denen Amtsträger ausgesetzt sind. Die Eintrittspreise liegen zwischen 15 und 26 Euro, ermäßigt für Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwilligendienstleistende.
Das Stück ist eine eindringliche Mahnung vor den Folgen ungebremsten Extremismus. Durch die Aufarbeitung von Lübckes Geschichte soll es Debatten über Demokratie, Hassrede und politische Gewalt anregen. Die Aufführungen finden unter der Regie des Westfälischen Landestheaters statt und werden weiterhin von Initiativen der politischen Bildung begleitet.
