05 February 2026, 07:14

Studie beweist: Islamischer Unterricht stärkt junge Muslime in NRW

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme darauf, umgeben von einem grünen Band, mit der Sonne im Hintergrund und lesbarem Text auf der offenen Seite.

Studie beweist: Islamischer Unterricht stärkt junge Muslime in NRW

Eine neue wissenschaftliche Auswertung kommt zu dem Schluss, dass der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen Schülerinnen und Schülern zugutekommt und flächendeckend im Land ausgebaut werden sollte. Die Studie betont, wie das Fach jungen Muslimen hilft, eine Identität zu entwickeln, die sowohl ihrem Glauben als auch demokratischen Werten entspricht. Bildungsministerin Dorothee Feller begrüßte die Ergebnisse als Beleg für die positive Wirkung des IRU.

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Seit über zehn Jahren wird der islamische Religionsunterricht als eigenständiges Fach an deutschen Schulen angeboten. Aktuell nehmen bundesweit mindestens 81.000 muslimische Schülerinnen und Schüler in elf Bundesländern teil, doch das Programm ist noch nicht in ganz Deutschland verfügbar. Allein in Nordrhein-Westfalen erhalten rund 32.000 Kinder und Jugendliche IRU – obwohl im Land etwa 500.000 muslimische Mädchen und Jungen leben.

Die Auswertung zeigt, dass die meisten Schüler den IRU als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd empfinden. Eine längere Teilnahme am Unterricht geht mit einer höheren religiösen Bildung einher und führt zu einem Rückgang starrer, dogmatischer Glaubensauslegungen. Zudem hilft der Unterricht, dem Einfluss polarisierender oder falscher religiöser Inhalte auf Plattformen wie TikTok entgegenzuwirken, die sonst rückschrittliche Überzeugungen fördern können.

Die Studie empfiehlt, den IRU auf alle Schulformen auszuweiten, verbunden mit einer besseren personellen Ausstattung, einer Aktualisierung der Lehrpläne und gezielteren Fortbildungen für Lehrkräfte. Ein stärkerer Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen wird ebenfalls angeraten. Den Erkenntnissen zufolge fördert der IRU ein aufgeklärtes Islamverständnis, das demokratische Werte stärkt und die gleichberechtigte Teilhabe in einer pluralistischen Gesellschaft unterstützt.

Die Untersuchung liefert klare Belege dafür, dass der islamische Religionsunterricht Schülerinnen und Schülern durch die Vermittlung religiöser Bildung und demokratischer Haltung fördert. Da derzeit nur ein Bruchteil der berechtigten Kinder und Jugendlichen teilnimmt, plädiert der Bericht für einen breiteren Zugang zum Fach. Ein Ausbau des IRU könnte mehr jungen Muslimen helfen, ihren Glauben in der modernen Gesellschaft zu leben – und gleichzeitig schädlichen Online-Einflüssen entgegenzuwirken.