Strabag wächst kräftig: EBIT steigt um 58 Prozent im ersten Halbjahr 2025
Veronique HänelStrabag wächst kräftig: EBIT steigt um 58 Prozent im ersten Halbjahr 2025
Strabag, Europas führendes Bauunternehmen, verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 ein kräftiges Wachstum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 58 Prozent auf 129,4 Millionen Euro. Wie Vorstandsvorsitzender Stefan Kratochwill in einer jüngsten Rede in Wien betonte, komme der Infrastruktur eine entscheidende Rolle für den wirtschaftlichen Fortschritt zu.
Der Umsatz des Konzerns kletterte im ersten Halbjahr 2025 um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Bis Ende Juni wuchs der Auftragsbestand um 13 Prozent auf insgesamt 28,4 Milliarden Euro. In Österreich hält Strabag mit einem Marktanteil von fünf Prozent eine führende Position, in Deutschland liegt der Anteil bei zwei Prozent.
Das Unternehmen investiert jährlich über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Seine Ingenieurskompetenz bewies Strabag kürzlich auf der deutschen Autobahn A45, wo ein 485,5 Meter langer Brückenabschnitt mit einem Gewicht von 40.000 Tonnen um 20 Meter verschoben wurde – ohne dass Pfeiler oder Fundamente abgebaut werden mussten.
Stefan Kratochwill, der im Februar 2025 die Geschäftsführung übernahm, ist Absolvent des Maschinenbaustudiums an der Technischen Universität Wien. Bei einem Treffen des Clubs der Wirtschaftsjournalisten am Montag unterstrich er, dass eine gut erhaltene Infrastruktur für moderne Volkswirtschaften unverzichtbar sei. Vernachlässigte Instandhaltung führe später zu deutlich höheren Kosten, warnte er.
Strabag verfolgt das Prinzip der "tausend Füße", um seine Aktivitäten breit zu streuen und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern. Diese Strategie schützt das Unternehmen vor politischen und regionalen Risiken. Unterdessen plant Österreich, im Jahr 2025 rund 9,9 Milliarden Euro in die Bundesinfrastruktur zu investieren – das entspricht etwa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung.
Die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens spiegeln seine starke Marktposition und die anhaltende Expansion wider. Mit einem wachsenden Auftragsbuch und großen laufenden Projekten bleibt Strabag ein zentraler Akteur im europäischen Bausektor. Innovation und Risikostreuung bilden weiterhin die Säulen seiner langfristigen Strategie.






