11 May 2026, 10:41

Stilllegung des THTR-300 in Hamm droht nach Insolvenz zu scheitern

Diagramm eines Kernkraftwerks mit einem Haus, Turm und Wasser im Hintergrund, begleitet von erklärendem Text.

Stilllegung des THTR-300 in Hamm droht nach Insolvenz zu scheitern

Der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR-300) in Hamm, Nordrhein-Westfalen, befindet sich seit 36 Jahren im sicheren Einschluss. Die ursprünglich mit erheblichen öffentlichen Mitteln errichtete Anlage steht nun vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die Betreibergesellschaft Insolvenz angemeldet hat. Die Stilllegungspläne sollen zwar 2028 beginnen, doch finanzielle und technische Herausforderungen sind weiterhin ungelöst.

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Der Bau des THTR-300 kostete 1,284 Milliarden Euro aus Bundesmitteln und weitere 233 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. Doch der Reaktor war nur 423 Tage in Volllast in Betrieb. In dieser kurzen Zeit wurden 125 meldepflichtige Vorfälle registriert, bevor die Anlage am 1. September 1989 abgeschaltet wurde. Mit einer elektrischen Leistung von 300 Megawatt litt der Reaktor unter anhaltenden Problemen, darunter gebrochene Haltebolzen in der Heißgasleitung, die schließlich zur vorzeitigen Stilllegung führten.

Seit der Einstellung des kommerziellen Betriebs sind für die Stilllegung bereits rund 441 Millionen Euro aufgewendet worden. Der Bund hat 133 Millionen Euro beigesteuert, das Land NRW 152 Millionen Euro. Doch nach der Insolvenzanmeldung der Betreibergesellschaft, der Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG), ist die weitere Finanzierung ungewiss. Das Amtsgericht Dortmund stellte die HKG am 23. September 2025 unter vorläufige Insolvenzverwaltung – die verbleibenden Stilllegungskosten bleiben damit vorerst ungeklärt.

Der Rückbau soll 2028 beginnen und bis 2044 dauern, während die vollständige Stilllegung bis 2030 abgeschlossen sein soll. Derweil lagern in Ahaus 305 Castor-Behälter mit etwa 675.000 bestrahlten Kugeln in einem Zwischenlager und warten auf eine endgültige Entsorgungslösung.

Die Stilllegung des THTR-300 verzögert sich durch die Insolvenz der HKG und ist finanziell unsicher. Da der Rückbau bis 2044 andauern soll und der Atommüll weiterhin zwischengelagert wird, hängt die Fertigstellung des Projekts von weiteren Finanzmitteln ab. Das Erbe der Anlage umfasst Jahrzehnte öffentlicher Investitionen und ungelöste technische Probleme.

Quelle