26 April 2026, 10:29

Solingens neues Max-Leven-Zentrum erinnert an Widerstand und NS-Verbrechen

Steinbau mit Fenster und Holocaust-Gedenktafel an der Seite, mit eingravierter Inschrift.

Solingens neues Max-Leven-Zentrum erinnert an Widerstand und NS-Verbrechen

Offizielles Eröffnung: Das Max-Leven-Zentrum in Solingen erinnert an Widerstand und Verfolgung

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In Solingen hat ein neues Zentrum seine Pforten geöffnet, das dem Leben und Vermächtnis von Max Leven gewidmet ist. Das Max-Leven-Zentrum wurde am Dienstag als Ort der Erinnerung, Bildung und öffentlichen Auseinandersetzung feierlich eröffnet. Erstmals können Besucher es am Sonntag, den 2. November, von 11:00 bis 17:00 Uhr besichtigen.

Die Idee für das Zentrum entstand 2019 im Rahmen einer breiten bürgergesellschaftlichen Initiative. Unter der Federführung des Stadtarchivs Solingen entwickelte sich das Projekt zu einer festen Einrichtung, die sich mit lokalen Erfahrungen von Verfolgung und Widerstand während der NS-Zeit auseinandersetzt. Gleichzeitig wird untersucht, wie der Nationalsozialismus den Alltag in Solingen prägte und veränderte.

Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht Max Leven, ein engagierter Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, der 1882 in Thionville (Diedenhofen) geboren wurde. Nach seinem Umzug nach Solingen 1916 machte er sich durch sein Engagement für politische Aufklärung einen Namen. Die Ausstellung würdigt zudem Persönlichkeiten wie Änne Wagner, eine Journalistin, die in den 1920er-Jahren für die "Bergische Arbeiterstimme" arbeitete.

Levens Leben endete brutal während der Novemberpogrome 1938 – in der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde er von Nationalsozialisten in seiner eigenen Wohnung ermordet. Das Zentrum soll sein Andenken bewahren und zugleich den Dialog über Geschichte und ihre Lehren fördern.

Bei der Eröffnung betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach gemeinsam mit Vertretern aus Landes- und Bundespolitik die Bedeutung des Projekts. Kurzbach äußerte die Hoffnung, dass das Zentrum zu einem lebendigen Forum für Austausch und Reflexion werde. Unterstützung erhielt die Initiative unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und der Stadt-Sparkasse Solingen.

Das Max-Leven-Zentrum versteht sich als Lern- und Begegnungsort. Ab dem 2. November öffnet es für die Öffentlichkeit und bietet vertiefte Einblicke in die lokale Geschichte von Verfolgung und Widerstand. Mit der Eröffnung setzt die Stadt ein Zeichen dafür, die Erinnerung durch Bildung und Dialog wachzuhalten.

Quelle