05 February 2026, 17:32

Solingens Grüne fordern radikale Wende in der Obdachlosenhilfe – doch das Geld fehlt

Ein Plakat mit einem Zug auf Schienen mit einigen Menschen in der N├Ąhe, der Text lautet "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation".

Solingens Grüne fordern radikale Wende in der Obdachlosenhilfe – doch das Geld fehlt

In Solingen tobt seit Anfang Februar 2026 eine hitzige Debatte über Obdachlosigkeit, die sich vor allem auf den Bereich um den Tunnel des Hauptbahnhofs konzentriert. Die Grünen haben nun einen Prüfantrag vorgelegt, der eine Reform der Hilfsangebote fordert. Sie argumentieren, dass die bisherigen ordnungsrechtlich geprägten Maßnahmen die Ursachen des Problems nicht bekämpfen. Ihr Vorschlag sieht eine stärkere Einbindung von Obdachlosen in politische Entscheidungen vor und lotet neue Wohnmöglichkeiten aus – auch für menschen mit Haustieren.

Der Antrag der Grünen verlangt eine umfassende Überprüfung der bestehenden Hilfsprogramme und setzt auf nachhaltigere, verantwortungsvollere Lösungen. Ein zentraler Punkt ist die Einführung des Housing-First-Ansatzes, der stabile Wohnverhältnisse schafft und die Abhängigkeit von Notunterkünften verringert. Zudem soll sichergestellt werden, dass auch menschen mit Tieren – die oft von regulären Wohnprojekten ausgeschlossen werden – angemessene Unterstützung erhalten.

Kritiker monieren jedoch, dass die Grünen noch keine konkreten Finanzierungspläne vorgelegt haben. Der Solinger Haushalt ist bereits stark belastet, was die Umsetzbarkeit infrage stellt. Die CDU fordert unterdessen den Ausbau von Winterunterkünften und Tagesstätten, trotz knapper Kassen. Die SPD schlägt vor, mit Wohlfahrtsverbänden zusammenzuarbeiten und leerstehende Gebäude kurzfristig umzufunktionieren.

Die linke BfS-Fraktion pocht darauf, vor weiteren Ordnungsmaßnahmen ein umfassendes Hilfspaket zu schnüren. Zwar sind bundesweite Initiativen wie die Kältebusse des Malteser-Hilfsdienstes auch in Solingen aktiv, doch ein direkter Vergleich mit anderen mittelgroßen Städten wie Ludwigshafen oder Oberhausen wurde in der lokalen Diskussion bisher nicht gezogen.

Die Grünen bestehen darauf, dass Betroffene selbst die künftige Politik mitgestalten sollen. Ohne klare Finanzierungskonzepte bleibt die Debatte jedoch vorerst ungelöst – besonders mit Blick auf den nahenden Winter.

Der Prüfantrag wird nun im Solinger Stadtrat weiter beraten. Bei Annahme könnte dies zu einer strukturierten Bewertung der Obdachlosenhilfe führen und möglicherweise Änderungen in der Wohnraumpolitik nach sich ziehen. Mangels konkreter Finanzierungsvorschläge bleibt die Umsetzung aber vorerst ungewiss.

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