Solingen warnt vor Finanzierungslücken im Rettungsdienst und fordert Systemreform
Dimitri EigenwilligSolingen warnt vor Finanzierungslücken im Rettungsdienst und fordert Systemreform
Die Stadt Solingen hat sich zu den wachsenden Sorgen über steigende Kosten im Rettungsdienst und die Finanzierung der Notfallversorgung geäußert. Die Verantwortlichen weisen Vorwürfe zurück, wonach die Kommunen für die Preisanstiege verantwortlich seien, und verweisen stattdessen auf strukturelle Mängel im aktuellen Finanzierungssystem. Priorität bleibe es, allen Bürgerinnen und Bürgern eine schnelle, zuverlässige und hochwertige Notfallversorgung zu garantieren.
Solingen betont, dass das bestehende Finanzierungsmodell die Realitäten der modernen Notfallmedizin nicht mehr abbildet. Rettungssanitäter leisten heute umfangreiche Behandlungen vor Ort – doch das System berücksichtige diese Entwicklung nicht. Besonders deutlich werde dies bei Einsätzen ohne Krankenhaustransport, den sogenannten „Fehlalarmen“.
Die Stadt weist darauf hin, dass die Standards im Rettungsdienst durch verbindliche Versorgungspläne festgelegt werden, die gemeinsam mit den Krankenkassen und regionalen Behörden erarbeitet werden. Zwar begrüßt Solingen die geplanten Reformen des Bundes, besteht jedoch darauf, dass eine vollständige Kostenerstattung für alle Rettungsdienste gewährleistet sein muss.
Für das Jahr 2026 wurde zwar eine Übergangslösung vereinbart, doch diese löst das grundsätzliche Problem nicht. Solingen fordert eine gemeinsame Analyse der geplanten Qualitätsicherungsphase und warnt davor, diese als Sparmaßnahme zu verstehen. Ziel sei es, Verantwortung, Qualität und Finanzierung in Einklang zu bringen, um die Zukunft der Notfallversorgung zu sichern.
Die Übergangslösung für 2026 bringt zwar kurzfristige Entlastung, lässt die Kernfrage jedoch ungelöst. Solingen setzt sich weiterhin für ein faires und nachhaltiges Finanzierungssystem ein. Ohne Reformen, so die Warnung der Stadt, könnten die Qualität und Zuverlässigkeit der Rettungsdienste auf dem Spiel stehen.
