Solingen im Konflikt: Grüne blockieren Industriegebiet am Schrodtberg für den Naturschutz
Hiltrud BolnbachSolingen im Konflikt: Grüne blockieren Industriegebiet am Schrodtberg für den Naturschutz
Streit um Flächennutzung in Solingen eskaliert: Grüne lehnen Industriegebiet auf dem Schrodtberg ab
Die Auseinandersetzungen um die Flächennutzung in Solingen spitzen sich zu, nachdem die Grünen Pläne abgelehnt haben, den Schrodtberg in ein Industriegebiet umzuwandeln. Das Gelände, das derzeit ein zentraler Bestandteil des Solinger Grünzugs ist, droht bei einer Bebauung unwiederbringlich zerstört zu werden. Fachleute der Partei und lokale Vertreter fordern nun strengere Schutzmaßnahmen, um seine ökologische Funktion zu bewahren.
Die Grünen bestehen darauf, den Schrodtberg als Geschützte Landschaft auszuweisen. Helga Bisier, die Bezirksvertreterin der Partei, betonte seine Bedeutung als lebenswichtigen Biotop und Teil des Solinger Grünnetzes. Eine Umwandlung in ein Industriegebiet würde seine ökologische Funktion zunichtemachen, warnte sie.
Auch der Planungsexperte Dietmar Gaida teilte diese Bedenken und verwies auf die schwierigen baulichen Bedingungen am Schrodtberg. Statt das Gebiet zu bebauen, schlug er vor, bestehende Gewerbegebiete wie etwa in der Nähe des Birkenweiher zu nutzen. Die Grünen erinnerten zudem an frühere politische Vereinbarungen, darunter den Masterplan Arbeit und Wirtschaft, der den Anwohnern zugesichert hatte, dass lediglich das ehemalige Sportfeld bebaut werde.
Die Ablehnung der Grünen kommt, nachdem die SPD ihre bisherige Haltung revidiert hat. Noch vor weniger als einem Jahr hatten SPD, Grüne und Linke gemeinsam neue Gewerbegebiete abgelehnt und sich an die Vorgaben des Masterplans gehalten. Nun unterstützt die SPD im Rahmen der neuen Wirtschaftsstrategie eine zügige Erschließung des Schrodtbergs und von Fürkeltrath II. Die FDP steht hinter diesem Kurswechsel, während die Grünen darauf bestehen, den Grünzug durch die Nutzung bestehender Flächen zu schützen.
Über den Schrodtberg hinaus setzen sich die Grünen für ähnliche Schutzmaßnahmen in Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath ein. Ihr übergeordnetes Anliegen ist eine nachhaltige Flächenpolitik, die städtisches Wachstum mit Natur- und Klimaschutz in Einklang bringt.
Die Vorschläge der Grünen zielen darauf ab, die industrielle Expansion am Schrodtberg zu blockieren und ökologische Schutzmechanismen zu stärken. Wird die Ausweisung als Geschützte Landschaft beschlossen, wäre eine weitere Bebauung des Gebiets ausgeschlossen. Die Entscheidung liegt nun beim Solinger Stadtrat und der Verwaltung, die zwischen wirtschaftlichen Plänen und ökologischen Verpflichtungen abwägen müssen.
