Schiedsrichter Pascal Kaiser nach Coming-out und Heiratsantrag in Köln Opfer von Gewalt
Hans-Günther KlappSchiedsrichter Pascal Kaiser nach Coming-out und Heiratsantrag in Köln Opfer von Gewalt
Pascal Kaiser, ein ehrenamtlicher Fußballschiedsrichter, erlebt seit seinem Coming-out als schwul im Jahr 2022 eine Welle der Unterstützung – aber auch massive Feindseligkeit. Sein jüngster öffentlicher Heiratsantrag im Kölner Stadion sorgte weltweit für Aufmerksamkeit, doch darauf folgten ein brutaler Angriff und die Veröffentlichung seiner Privatadresse. Die Behörden prüfen nun, ob die Tat homophobe Motive hatte.
Kaiser hatte seine sexuelle Orientierung vor zwei Jahren erstmals offenbart und damals überwiegend positive Reaktionen erhalten – vom Schiedsrichterausschuss, seinem Verein und dem Brandenburgischen Fußballverband. Seitdem pfeift er weiterhin Spiele bis in die Regionalliga und setzt sich öffentlich gegen Homophobie im Fußball ein.
Am vergangenen Wochenende machte Kaiser seinem Partner Moritz vor fast 50.000 Fans im Kölner Stadion einen Antrag. Mit den Worten "Ich will mich nicht mehr verstecken" setzte er ein emotionales Zeichen, das weltweit gefeiert wurde – doch zugleich auch Hass auf sich zog.
Kurz nach dem Antrag wurde Kaisers Privatadresse im Internet verbreitet. Die Polizei wurde informiert, sah zunächst jedoch keine akute Gefahr. Doch am Dienstag wurde der Schiedsrichter Opfer einer gewalttätigen Attacke. Die Ermittler prüfen, ob der Angriff homophob motiviert war oder ob ein Streit mit einem lokalen Gastwirt dahintersteckt.
Die Tat hat die Fußballwelt erschüttert. Viele verurteilen die Gewalt und bekräftigen ihre Solidarität mit Kaiser.
Trotz der Bedrohungen bleibt Kaiser als Schiedsrichter und Aktivist aktiv. Die Polizei ermittelt weiter zu den Hintergründen des Übergriffs, während Fußballverbände hinter ihm stehen. Der Fall zeigt einmal mehr, welchen Herausforderungen LGBTQ+-Personen im Sport ausgesetzt sind.
