Rolls-Royce setzt auf modulare Gaskraftwerke für Europas Energiewende
Hiltrud BolnbachRolls-Royce setzt auf modulare Gaskraftwerke für Europas Energiewende
Rolls-Royce dringt in den Markt für modulare Gaskraftwerke vor – mit Fokus auf Deutschland und Europa. Das Unternehmen wird am 26. Februar seine Finanzzahlen für 2025 vorlegen und dabei seine neue Energiestrategie vorstellen. Die schlüsselfertigen Module sollen Netze stabilisieren, indem sie Schwankungen bei Wind- und Solarstrom ausgleichen.
Die neuen Kraftwerke werden in standardisierten Modulen mit 10, 20 oder 30 Megawatt Leistung angeboten. Diese lassen sich zu Anlagen mit einer Kapazität von fünf bis zu mehreren hundert Megawatt ausbauen. Jede Einheit verfügt über Brückentechnologie, die einen Betrieb von 10 Stunden bis zu mehreren Wochen ohne externe Stromversorgung ermöglicht.
Rolls-Royce garantiert den Netzanschluss innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach Bestellung. Die Systeme sind zudem für die zukünftige Nutzung von Wasserstoff ausgelegt und damit anpassungsfähig an sich wandelnde Energiepolitiken. Michael Stipa, Senior Vice President Strategy bei Rolls-Royce Power Systems, betont die Bedeutung dezentraler Energieversorgung für mehr Versorgungssicherheit.
Trotz des Markteintritts zeigt der deutsche Markt für dezentrale Gaskraftwerke seit der Ankündigung 2023 kaum Bewegung. Aktuelle Projekte im Land konzentrieren sich stärker auf die Dekarbonisierung von Wärmenetzen, wie etwa die Initiative "Freiburg-West" des Energieversorgers Badenova, die bis 2026 einen 85-prozentigen Anteil erneuerbarer Wärme und bis 2035 eine vollständige Dekarbonisierung anstrebt.
Die modularen Kraftwerke von Rolls-Royce sind darauf ausgelegt, die Integration erneuerbarer Energien zu unterstützen. Das Versprechen eines schnellen Netzanschlusses und die Wasserstoff-Tauglichkeit könnten besonders in Märkten mit hohem Flexibilitätsbedarf auf Interesse stoßen. Die finanziellen Updates am 26. Februar dürften weitere Einblicke in den Fortschritt der Strategie liefern.
