"Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung
Veronique Hänel"Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung - "Reform schürt Ängste": Sozialverbände kritisieren neue Grundsicherung
„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell
„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell
„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell
- Dezember 2025, 10:39 Uhr
Die Bundesregierung hat eine grundlegende Reform des Sozialsystems auf den Weg gebracht: Das Bürgergeld soll durch ein strengeres Grundsicherungsmodell ersetzt werden. Ziel der Neuregelungen ist es, mehr Menschen in Arbeit zu bringen und Missbrauch von Leistungen einzudämmen. Doch der Plan stößt bei Wohlfahrtsverbänden und politischen Gegnern auf scharfe Kritik.
Das neue System sieht härtere Sanktionen für diejenigen vor, die Arbeitsangebote ablehnen oder Arbeitsauflagen nicht erfüllen. Wirtschaftsvertreter wie Peter Adrian vom DIHK begrüßen die Reform und argumentieren, dass Erwerbsarbeit sich mehr lohnen müsse als staatliche Unterstützung. Die Änderungen würden Anreize schaffen, eine Beschäftigung aufzunehmen, statt auf Leistungen angewiesen zu sein.
Sozialverbände lehnen die Pläne entschieden ab. Die Diakonie Deutschland warnt, die Reform werde besonders schutzbedürftige Menschen zusätzlich unter Druck setzen. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband kritisiert, die Strafmaßnahmen träfen vor allem benachteiligte Gruppen unverhältnismäßig hart. Michael Groß von der AWO wirft der Regierung vor, Bestrafung über Hilfsangebote für Bedürftige zu stellen. Die Linke wirft der SPD vor, mit den Neuregelungen Elemente des umstrittenen Hartz-IV-Systems wiederzubeleben, das für seine harten Bedingungen kritisiert worden war. Die neuen Regeln würden die Fortschritte des Bürgergelds zurücknehmen und das Leben der ohnehin schon Schwächsten weiter erschweren.
Die Reform geht nun in die parlamentarische Beratung. Bei einer Verabschiedung würde sie das deutsche Sozialsystem grundlegend umgestalten und die Anforderungen an Leistungsbezieher verschärfen. Wohlfahrtsverbände und Oppositionsparteien kündigen an, weiter gegen die Pläne zu kämpfen – mit Verweis auf die drohenden negativen Folgen für einkommensschwache Haushalte.
