Rauchen als Lifestyle-Trend: Warum junge Deutsche wieder zur Zigarette greifen
Hans-Günther KlappRauchen als Lifestyle-Trend: Warum junge Deutsche wieder zur Zigarette greifen
Rauchen gewinnt bei jungen Menschen in Deutschland wieder an Attraktivität – trotz der bekannten Gesundheitsrisiken und wachsender Umweltbedenken. Doch während hierzulande die Zigarette ein Comeback als Lifestyle-Produkt erlebt, setzt Großbritannien mit einem radikalen Gesetz auf die Abschaffung des Rauchens für künftige Generationen: Wer nach 2009 geboren wurde, darf dort lebenslang keinen Tabak kaufen.
Tabak war schon immer ein Symbol mit wandelbaren Bedeutungen. Vor Jahrhunderten galt er als Luxusgut der Elite, wurde von Jäger- und Sammlerkulturen in Ritualen genutzt und später in Europas Oberschicht zum Statussymbol. Im 20. Jahrhundert wurde das Rauchen zur Identitätsfrage: Der Mann mit Zigarette verkörperte Intellekt und Autorität, rauchende Frauen strahlten Mystik und Rebellion aus.
Heute greifen in Berlin junge Frauen zu schlanken Zigaretten – eine Hommage an frühere Emanzipationsbewegungen. Das Anzünden, einst ein provokanter Akt, steht heute im Kontrast zu den von sozialen Medien geprägten "Clean-Living"-Trends. Während das Rauchen in Deutschland als stilvolles Statement zurückkehrt, stellt sich in Großbritannien die Frage, ob das strikte Verbot seinen erneuten Aufstieg bremsen kann.
Kritiker des britischen Gesetzes werfen ihm vor, es diskriminiere jüngere Generationen. Befürworter hingegen sehen darin einen notwendigen Schritt, um die Raucherquote zu senken – selbst wenn die Zigarette dadurch noch verführerischer wirkt. Der lebenslange Tabakverkaufsstopp markiert einen radikalen Kurswechsel in der Antirauch-Politik. Sein Erfolg oder Scheitern wird zeigen, ob gesetzliche Verbote kulturelle Strömungen überlagern können. In Deutschland hingegen bleibt die Zigarette ein mächtiges Symbol – zwischen Nostalgie und modernem Aufbegehren.






