Pflegekosten: Warum Kinderlose mehr zahlen sollen – und Kinder geschont werden
Hiltrud BolnbachPflegekosten: Warum Kinderlose mehr zahlen sollen – und Kinder geschont werden
Der Wirtschaftsexperte Martin Werding hat sich gegen Pläne ausgesprochen, erwachsene Kinder früher stärker an den Pflegekosten ihrer Eltern zu beteiligen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung Reformen der deutschen Pflegeversicherung prüft. Stattdessen schlug Werding vor, die Beiträge für kinderlose Personen zu erhöhen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erwägt eine mögliche Anhebung des Zuschlags für Kinderlose. Derzeit liegt dieser bei 0,6 Prozent, könnte aber auf 0,7 Prozent steigen. Werding unterstützt diese Anpassung mit dem Argument, dass Menschen ohne Kinder oder mit weniger Kindern einen höheren Beitrag leisten sollten.
Der Ökonom warnte, dass eine frühere Heranziehung erwachsener Kinder zu den Pflegekosten ältere Menschen davon abhalten könnte, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele übernähmen bereits jetzt einen großen Teil der Ausgaben für ihre Eltern und entlasteten so das staatliche System. Sein Vorschlag zielt darauf ab, die Beiträge stärker an der Familiengröße auszurichten, statt die Last auf die Nachkommen abzuwälzen.
Werding betonte, dass eine stärkere finanzielle Beteiligung kinderloser Personen gerechter wäre. Sein Ansatz solle das System ausbalancieren, ohne Familien zusätzlich zu belasten, die bereits ältere Angehörige unterstützen. Die Debatte dreht sich darum, wie die Langzeitpflege finanziert werden kann, ohne erwachsene Kinder übermäßig zu belasten. Werdings Vorschlag sieht höhere Abgaben für Kinderlose vor, um die Kosten breiter zu verteilen. Die Regierung hat noch keine endgültigen Änderungen der aktuellen Regelungen beschlossen.






