Paderborns Kirchen stehen vor dem Aus – oder einem radikalen Wandel
Dimitri EigenwilligPaderborns Kirchen stehen vor dem Aus – oder einem radikalen Wandel
Erzbistum Paderborn steht vor schwierigen Entscheidungen über seine Kirchen
Sinkende Mitgliederzahlen zwingen das Erzbistum Paderborn zu tiefgreifenden Veränderungen bei seinen Kirchengebäuden. Da pro Pfarrgemeinde nur noch ein Gebäude erlaubt ist, müssen einige geschlossen oder umgenutzt werden. Die brutalistische St.-Kilian-Kirche aus den 1960er-Jahren ist dabei zu einem Symbol der Debatte geworden.
Für Claudia Auffenberg, eine Gemeindemitglied, hat St. Kilian eine tiefe persönliche Bedeutung – sie möchte die Kirche als "Kulturkirche" erhalten. Der Pfarrgemeinderat hingegen bevorzugt, das Gebäude vollständig aufzugeben. Der Konflikt spiegelt die größeren Spannungen wider, mit denen das Bistum angesichts schrumpfender Gottesdienstbesucher und sich wandelnder Bedürfnisse konfrontiert ist.
Die Pfarrei St. Heinrich in Paderborn geht einen anderen Weg. Statt zu schließen, gestaltet sie ihren Raum um, um der Gemeinschaft besser zu dienen. Beichtstühle wurden entfernt, um Platz für einen Spielbereich für Kinder zu schaffen – eine einladendere Atmosphäre entsteht. Das Erzbistum Paderborn hat im Vergleich zu anderen Diözesen in Nordrhein-Westfalen länger gebraucht, um eine klare Immobilienstrategie zu entwickeln. Doch nun, da die Umstrukturierung voranschreitet, könnten bald weitere Kirchen in der Region vor Umnutzung oder Schließung stehen.
Die Veränderungen in Paderborn deuten auf einen grundlegenden Wandel hin, wie das Bistum seine Gebäude verwaltet. Einige Kirchen werden schließen, andere – wie St. Heinrich – sich weiterentwickeln, um modernen Anforderungen gerecht zu werden. Wie es für St. Kilian weitergeht, bleibt vorerst ungewiss, während die Diskussionen andauern.
