"Obscene"-Messe in Karlsruhe: Wie eine Fetisch-Community Vorurteile abbaut
Hans-Günther Klapp"Obscene"-Messe in Karlsruhe: Wie eine Fetisch-Community Vorurteile abbaut
Die "Obscene"-Messe – ein Treffpunkt für Kink, BDSM und Fetisch – fand kürzlich in Karlsruhe statt. Dieses Jahr sorgte das Plakat für Aufsehen: mit seinem provokanten Design – zwei gefesselte Frauen und ein Mann unter dem Motto "Leb deinen Fantasien" – lenkte es die Blicke auf ein Thema, das für viele noch immer fremd wirkt. Während Bondage und Sadomasochismus in der Öffentlichkeit oft missverstanden werden, bot die Messe einen Einblick in eine Subkultur, die mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Ein Reporter wollte es genauer wissen. Christian Karsch, Journalist und Macher des Podcasts "Der Gangster, der Junkie und die Hure", besuchte die Messe, um für seine Sendung zu recherchieren. Neu im Team: Nina, eine professionelle Dominatrix. Der Podcast widmet sich ungewöhnlichen Lebensentwürfen – und die "Obscene" lieferte reichlich Stoff.
Karsch beschrieb die Atmosphäre als überraschend offen und einladend. Die Besucher seien humorvoll, entspannt und weit entfernt von den Klischees, die oft mit Fetisch-Szenen verbunden werden, so sein Eindruck. Die Veranstaltung widerlegte das Vorurteil, dass Menschen mit besonderen Vorlieben zwangsläufig exzentrisch oder "gestört" seien.
Das Programm der Messe reichte von Fesseltechniken bis zu Rollenspielen. Zwar war die Plakatmotivik bewusst provokant, doch vor Ort herrschte weniger der Eindruck eines skandalösen Spektakels als vielmehr einer lockeren Gemeinschaftsveranstaltung. Viele kamen einfach aus Neugier, um sich zu informieren oder Gleichgesinnte zu treffen.
Die "Obscene" zeigte eine Szene, die zwar oft im Verborgenen bleibt, aber nicht weniger "normal" ist als andere Lebenswelten. Karschs Erfahrung deutet darauf hin, dass der Event vor allem von Offenheit und Interesse geprägt war – weniger von Tabus. Mit Nina an Bord wird der Podcast diese Themen in der neuen Staffel vertiefen.






