NRW plant ABC-Kurse für Kinder mit Sprachdefiziten – doch Schulen warnen vor Überlastung
Veronique HänelNRW plant ABC-Kurse für Kinder mit Sprachdefiziten – doch Schulen warnen vor Überlastung
Nordrhein-Westfalen plant ABC-Kurse für Kinder mit Sprachdefiziten vor der Einschulung
Nordrhein-Westfalen will sogenannte ABC-Kurse für Kinder einführen, die in frühen Sprachtests vor der Schulzeit durchfallen. Bildungsministerin Dorothee Feller betont, dass kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse die Schule beginnen solle. Doch Kommunen und Fachleute warnen vor erheblichen praktischen Hindernissen bei der Umsetzung des Vorhabens.
Laut dem neuen Konzept sollen Kinder mit Sprachschwierigkeiten vor dem Eintritt in die Grundschule diese Förderkurse besuchen. Doch besonders in Städten wie Solingen sind die Schulen bereits am Limit: Es fehlt an freien Klassenzimmern, und Teile der Nachmittagsbetreuung finden in provisorischen Containern statt. Viele Einrichtungen leiden zudem unter Lehrkräftemangel, was häufig zu Ausfällen im Unterricht führt.
Vertreter der Kommunen halten die geplante Beförderung der Kinder von Kitas zu Schulen für logistisch kaum umsetzbar. Experten kritisieren zudem, dass das Vorhaben den Druck lediglich von den Kitas auf die ohnehin überlasteten Grundschulen verlagere. Ohne zusätzliche Mittel für Räume oder Personal drohen die ABC-Kurse zur leeren Hülle zu werden – mit dem Risiko, die Überlastung der Lehrkräfte zu verschärfen und die Bildungsqualität weiter zu senken.
Die Lehrergewerkschaft VBE schlägt stattdessen ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr mit mehr Personal und stärkerer Unterstützung durch Hochschulen und Berufskollegs vor. Ohne ausreichende Ressourcen, so die Warnung, würden die neuen Kurse die bestehenden Probleme nur verschlimmern.
Auf Widerstand stoßen die Pläne für die ABC-Kurse bei Schulen und Kommunen alike. Solange die Lücken bei Finanzierung und Personal nicht geschlossen werden, bleibt die Initiative kaum realisierbar. Die Schulen fürchten, dass die zusätzliche Belastung die Unterrichtsqualität weiter mindert und die Frustration unter den Pädagoginnen und Pädagogen steigen lässt.
