NRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke Leverkusen – Streit um eine Milliarde Euro
Hans-Günther KlappNRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke Leverkusen – Streit um eine Milliarde Euro
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Baukonzern Porr für die neue Rheinbrücke in Leverkusen zu beenden. Der Schritt erfolgte nach Befürchtungen über systematische Mängel und Fehler in den Stahlkomponenten, die zu Verzögerungen im Projekt geführt hatten. Wüst bestätigte, dass die Kündigung auf Basis von Fachgutachten und mit Rückendeckung der Bundesregierung beschlossen wurde, um den Fertigstellungstermin zu beschleunigen.
Der Rechtsstreit zwischen der Bundesregierung und Porr läuft derzeit vor dem Landgericht Köln. Die Regierung fordert Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro, während Porr mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und ausstehende Zahlungen nach der Vertragsauflösung einklagt. Die gesamten finanziellen Risiken, einschließlich Zinsen, könnten sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, dass das Land unabhängig vom Ausgang des Verfahrens keine negativen Folgen erwarte. Unterdessen schreiten die Bauarbeiten an der Brücke voran: Die Montage der Stahlkonstruktionen hat bereits begonnen, und die Installation der Pylone ist für September 2026 geplant.
Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch gebaut wird. Ministerpräsident Wüst hatte zuvor erklärt, dass die gesamten Arbeiten bis Mitte 2028 abgeschlossen sein sollten – also in zwei Jahren.
Die Vertragskündigung begründete Wüst als notwendig, um kritische Baumängel zu beheben und den Zeitplan einzuhalten. Zwar ist der juristische Konflikt noch nicht gelöst, doch die Bauarbeiten laufen wie geplant weiter. Die Fertigstellung bleibt für Mitte 2028 anvisiert, und wichtige Bauphasen sind bereits in vollem Gange.
