Neue IBAN-Prüfung sorgt für Chaos bei Überweisungen in der EU
Hiltrud BolnbachNeue IBAN-Prüfung sorgt für Chaos bei Überweisungen in der EU
Verwirrung im Bankwesen
Seit zwei Monaten prüfen Banken vor Überweisungen den Namen des Empfängers. Was die Sicherheit erhöhen sollte, sorgt auch für Probleme.
Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Banken in der EU prüfen, ob der Name des Empfängers mit der angegebenen IBAN übereinstimmt, bevor sie eine Überweisung ausführen. Das System soll Betrug verhindern, indem es mögliche Abweichungen erkennt. Doch besonders bei Firmenkonten und Behörden kommt es häufig zu Unstimmigkeiten.
Laut der neuen Regelung sind Banken verpflichtet, vor der Ausführung einer Überweisung den Namen des Zahlungsempfängers mit der IBAN abzugleichen. Dabei gibt es vier mögliche Ergebnisse: eine exakte Übereinstimmung, eine nahe Übereinstimmung, keine Übereinstimmung oder einen Prüfungsfehler. Exakte Treffer sind selten, während bereits kleine Abweichungen – etwa durch Abkürzungen oder veraltete Daten – oft Warnmeldungen auslösen.
Die Regel gilt nur für Überweisungen zwischen Girokonten, nicht jedoch für Spar- oder Tagesgeldkonten. Wie Banken mit "nahen Übereinstimmungen" umgehen, bleibt uneinheitlich, da es keinen verbindlichen Standard gibt. Manche Institute führen die Zahlung trotzdem aus, andere blockieren sie oder verlangen eine Bestätigung.
Verbraucherschützer raten Kunden, IBAN und Empfängernamen direkt beim Zahlungsempfänger zu überprüfen. Unternehmen und Privatpersonen sollten zudem ihre Bankdaten aktualisieren, damit die vollständigen und korrekten Namen hinterlegt sind. Der Europäische Zahlungsverkehrsrat empfiehlt Banken, keine zusätzlichen Informationen weiterzugeben, die über die Angaben des Absenders hinausgehen – allerdings handelt es sich dabei um eine Leitlinie, nicht um eine gesetzliche Vorgabe.
Die neuen Prüfungen erhöhen zwar die Sicherheit, bringen aber auch mehr Komplexität mit sich. Abweichungen können zu Verzögerungen führen oder manuelle Nachbearbeitung erfordern, je nach Bankrichtlinie. Kunden und Unternehmen müssen nun darauf achten, dass ihre Daten exakt übereinstimmen, um unnötige Störungen zu vermeiden.
