Neue Anlaufstelle für Überlebende sexualisierter Gewalt in Bielefeld gestartet
Hans-Günther KlappKirchen: Unabhängige Unterstützung für Missbrauchsopfer - Neue Anlaufstelle für Überlebende sexualisierter Gewalt in Bielefeld gestartet
Ein neuer unabhängiger Unterstützungsdienst für Überlebende sexualisierter Gewalt, die sich nicht an die Kirche wenden möchten, hat seine Arbeit aufgenommen. Die regionalen evangelischen Landeskirchen in Deutschland haben diese Initiative ins Leben gerufen, um eine Alternative für Betroffene zu schaffen, die Vorbehalte haben, sich an kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wenden. Der Dienst wird von Wildwasser Bielefeld, einer professionellen Beratungsorganisation mit Sitz in der Stadt, betrieben.
Der Schritt erfolgt in dem Bewusstsein der Kirchenführung, dass einige Überlebende Schwierigkeiten haben könnten, den internen Unterstützungssystemen zu vertrauen. Antje Menn, Vizepräsidentin der rheinischen Kirchenleitung, erläuterte, dass der externe Dienst einen neutralen Raum für diejenigen biete, die das Vertrauen in die Kirche verloren hätten. Sie betonte die Bedeutung eines leichter zugänglichen Angebots für Betroffene.
Wildwasser Bielefeld mit Sitz in der Stutenweg 11 ist spezialisiert auf die Beratung von Kindern, Familien und Überlebenden sexualisierter Gewalt. Durch die Einbindung der Organisation wird eine professionelle, unabhängige Unterstützung außerhalb der kirchlichen Strukturen sichergestellt. Auch Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, verwies auf die Notwendigkeit, die Perspektiven der Betroffenen in den Vordergrund zu stellen. Er hob hervor, dass unabhängige Unterstützungsmöglichkeiten für diejenigen verfügbar sein müssten, die nicht direkt mit kirchennahen Diensten in Kontakt treten wollten.
Der neue Dienst ist nun aktiv und bietet Überlebenden einen alternativen Weg zur Hilfe. Die Expertise von Wildwasser Bielefeld im Bereich Traumaberatung bildet die Grundlage der Initiative und garantiert eine professionelle Betreuung. Kirchenvertreterinnen und -vertreter haben deutlich gemacht, dass der Dienst eine Lücke schließen soll für diejenigen, die Unterstützung benötigen, aber kirchliche Kanäle meiden möchten.
